Gesellen- und Meisterstück gab sie zu singen, und über der Zunftlade standen die Regeln geschrieben, mit denen Frau Musika Hausordnung hielt.

So war die Singkunst im Rahmen rühmlicher Künste zünftig geehrt und im Richtspruch der Meister peinlich geordnet.

Aber das Lied stieg in den Tag wie die Lerche, es lachte der lehrsamen Meister und lachte der täglichen Tugend.

Mit feierlich stolzen Gesichtern sangen die Zunftgesellen der Herberge ihren Preisgesang vor, indessen die Burschen und Mädchen in Reihen verschränkt singend den Abend abgingen und in den Büschen der fahrenden Leute die Nachtigall lockte.

Der Schwank

Das Lied stieg in den Tag wie die Lerche, aber der Schwank saß mit den fahrenden Leuten in rauchigen Schenken, wenn irgendwo reiche Rast war.

Er sah das umzirkelte Dasein der sorgsamen Bürger und sah die Plage der Bauern, wie sie seitab von der Straßenfreiheit der fahrenden Leute dasaßen, gesichert vor Unbill.

Wetter und Wind zauste sie nicht in den Stuben, sie schliefen in Betten und waren geschützt vor den Hunden: aber sie sahen den Himmel nur durch die Fenster und kannten die Lust nicht, wie das wilde Getier, frei von Sorgen und Sachen, auf ihren Läufen zu sein.

Solcher Ehrbarkeit tat der Spott fahrender Leute ein Narrenkleid an: Schilda hieß er die Stadt seiner Schwänke, wo sie mit ihren Ratsherrn und Zünften selbstgerecht saßen und allem natürlichen Wesen entfremdet ihr Winkelgewerk hatten:

Die Schildbürger wollten ein Rathaus bauen und hatten die Fenster vergessen; daß der finstere Raum hell sei, schleppten sie Licht in Säcken herbei.