Die Schildbürger wollten das Gras auf der Stadtmauer abweiden lassen und legten der Kuh den Strick um den Hals; als dem gehängten Tier die Zunge heraus hing, brümmelten sie, daß es den Grasgeruch schmecke.
Die Schildbürger säten Salz auf den Acker, und als die Brennesseln aufgingen, spürten sie an den gebrannten Händen, wie stark das reifende Salz ihrer Saat sei!
So zog der Schwank der fahrenden Leute dem Bürger das Narrenkleid an; einer aber von ihnen ging aus, die Beschränktheit mit allerlei Possen frech zu verhöhnen.
Eulenspiegel war er geheißen, wo ein Schabernack spielte, hielt er die Pritsche, und wo er lachte, lachte das Volk mit; denn wo sein Schabernack saß, hatten ihm Dummheit und Bosheit der Bürger selber die Tür aufgetan:
Wenn er den Wirt mit dem Klang seines Geldes bezahlte oder als Schneidergesell die Ärmel wortwörtlich an den Rock werfen wollte, wenn er in Erfurt den Esel zu lehren versprach oder in Nürnberg die Kranken gesund machte: hatten die also Gefoppten sich selber zum Spott den Schaden verdient.
Es war die lustige Rache der fahrenden Leute an ihrem Todfeind, dem Bürger, der sie und die Menschennatur mit seiner Ordnung beschränkte; aber ihr Schicksal wuchs über den Schwank und den Schabernack trotzig hinaus, als der Doktor Faust seine Himmel- und Höllenfahrt machte.
Denn da brach der Trotz durch die Schranken; die Menschennatur mit Lohn und Strafe zu schrecken, hatte die Kirche Seligkeit und Verdammnis über die furchtbaren Seelen gebracht:
Aber der fahrende Mann beugte sich nicht vor Himmel und Hölle, er wollte sein Erdenteil haben; den göttlichen Mächten zu trotzen, die seine Menschennatur für ihre Zwecke mißbrauchten, schloß er den Pakt mit dem Teufel.
Da machte der Schwank die Tore des Schicksals breit auf, da trat der fahrende Mann hadernd vor Gott, daß er den Feigen und Furchtsamen hülfe, statt mit den Kühnen und Ketzern zu sein.