Als seine Trommel im Reich scholl, reicheres Werbegeld und reichere Beute verheißend, lief das Kriegsvolk ihm zu; bald stand dem Kaiser ein Heer zu Feld, stärker als das aller Fürsten.

Da mußte der stolze König der Dänen auf seine Insel entweichen, da wurde der tolle Mansfeld gejagt wie ein Wild bis nach Ungarn, da konnte der Pfaffenfeind mit dem Handschuh der Königin keine Silbertaler mehr prägen.

Da wurde die Hofburg Herr über den Bund der evangelischen Fürsten, da kam die römische Hand und strich ein halbes Jahrhundert und mehr aus dem Dasein des Reiches.

Die Bischöfe kehrten zurück in den Besitz ihrer weltlichen Macht; alles, was einmal Kirchengut war, mußten die Fürsten und Städte der römischen Hand überlassen.

Der Schwur von Loreto hatte der Kirche die Fäden von neuem gespannt; die Jünger Jesu standen bereit, den letzten Fang zu beginnen.

Stralsund

Was nicht mehr gewesen war, wurde durch Wallenstein wahr: der Kaiser hielt wieder die Macht über die Fürsten; aber der Kaiser saß in der Hofburg zu Wien, und der das Schwert führte im Namen des Kaisers, war seine eigene Stärke.

Er hieß nun Herzog von Friedland und nannte Mecklenburg sein; ihn schierten die Händel der Geistlichen nicht und nicht die Sorgen der Kirche, er ging den Schritt der Gewalt und wollte ein anderes Reich als das der Pfaffen und Fürsten.

Stärker als alle Kurfürstenmacht war einmal die Hansa gewesen: nun wollte der Kaiser die Hansa bedeuten, ihm sollten auch wieder die Städte und Häfen der Ostsee gehören, und die im Norden selbstherrlich Könige hießen, sollten in seiner Pflicht sein.

Er legte in alle Häfen Besatzung, den Norden zu zwingen; aber Stralsund war der Schlüssel, und Stralsund trotzte dem Herzog des Kaisers; als er die Insel Dänholm vor ihren Toren besetzte, wagten die Bürger den Handstreich und brachten sie wieder in ihre Hand.