Wie ein Zauberer gespenstische Zeichen ausschreibt, so jagte sein Pinsel die Farben groß ineinander, fremd für die Ratsherren und reichen Kaufleute und nicht mit gnädigen Worten und silbernem Kauf belohnt.

Arm und fast schon vergessen starb Rembrandt, der ein Märchenprinz war und sein Alter am Leuchtturm des Schicksals verbrachte.

Noch einmal hatte ein Großer uraltes Geheimnis der Seele verkündigt, nun kam der französische Tag, die Fürsten und Völker mit seinem gleißenden Glanz zu betören.

Das jubelnde Licht und die düstere Glut seiner jungen und alten Stunden blieb einsam lebendig, wie eine Seele nicht stirbt und ein Stern nicht versinkt.

Der große Kurfürst

Der Kurfürst von Brandenburg war vor dem Kaiser ein Sperling, aber er war in Holland erzogen und hatte im Haag den Habsburger Zorn ohnmächtig gesehen, weil ihm ein tüchtiges Volk mit Klugheit und Kraft die Tür wies.

Auch war der Prinz von Berlin der Eidam des Statthalters geworden, so fiel ihm ein Schein der oranischen Macht zu, neue Kerzen in Brandenburg anzubrennen; denn schlimmer als eines hatte sein Land die Leiden des Krieges erfahren.

Weitab vom Rhein, hinter den Städten der Hansa, mit kärglicher Wüste und künstlichen Grenzen, in Sand und Sümpfen von Slavien lag sein verzipfeltes Kurfürstentum: germanisches Vorwerk und mühsames Ansiedlerland.

Kolonisten, aus Frankreich vertrieben und Bauern aus Holland, durch Freiland und mancherlei Gunst angelockt, mußten das Land von der Havel zur Warthe notdürftig füllen, das durch den langen Krieg menschenleer war.