Da hatte ihm Schlüter die düstere Burg an der Spree mit Höfen und Sälen erweitert, daß sie ein Königsschloß war ohnegleichen in Deutschland: die Pracht kam vor der Macht; aber als die preußische Macht danach kam, wollte sie nicht in der Pracht wohnen.
Prinz Eugen
Der Frieden zu Rijswijk hatte den kläglichen Krieg um die Erbschaft der Liselotte beendigt, aber er war nur ein Stillstand im Erbstreit der Fürsten, ein Notdach, das schwarze Gewölk zu erwarten, das über dem Abendland hing.
Denn Karl, der spanische König, war krank, ohne Erben; die Sippe der Habsburger stand lauernd am Bett, seinen Tod zu erwarten: Wien und Versailles hielten die Schwerter bereit, das Blut ihrer Völker an die spanische Erbschaft zu wagen.
Der König von Spanien starb, und wie das Getier des Waldes über ein brechendes Wild, so brachen die Heere ins Land; bald war Europa vom Kriegslärm erfüllt und voll vom Ruhm des Prinzen Eugen.
Er war ein Prinz von Savoyen und Feldherr des Kaisers; seitdem er bei Zenta die große Türkenschlacht schlug, hing seinen Fahnen der Sieg an.
Vierzehn Jahre lang hielt der spanische Erbfolgekrieg den Prinzen im Sattel: er schlug die Franzosen zuerst bei Cremona, er traf sie bei Höchstädt im bayerischen Donautal schwer und schlug sie zum drittenmal hart bei Turin.
Er ritt nach Neapel und lag vor Toulon, er kämpfte in Holland und Flandern, von der blutigen Walstatt zu Malplaquet fuhr er nach Frankreich und brach dem König das prahlende Lille aus dem Stachelkranz seiner bewaffneten Plätze.
Er war ein Herzog, wie einmal die Helden der Völker Herzöge waren; wo es am heißesten herging, war er zu finden, und so viel Kugeln trafen den Kühnen, daß kein Musketier böser vernarbt war als er.