Der Prinz Eugen hieß er bei Großen und Kleinen, sein Name allein war eine flatternde Fahne, wo er sein Lager hielt, liefen Reiter und Fußvolk ihm über.

Und als der blutige Krieg um die spanische Herrschaft endlich ausging, nicht gut für das Reich und den Kaiser, weil ihm das englische Ränkespiel zuletzt den Sieg aus der Hand nahm: machte er selber den Frieden zu Rastatt und war ein kluger Staatsmann, wie er ein kühner Feldherr gewesen war.

Zwei Jahre lang saß er in Wien, und war schon grau und dachte der Ruhe zu pflegen, als ihn die Türkengefahr noch einmal ins Feld rief.

Er hatte als Jüngling vor Wien nach dem ersten Lorbeer getastet, bei Ofen und Belgrad die ersten Wunden empfangen, bei Zenta den feurigen Ruhm seines Namens gefunden: nun zog der Graukopf gegen den alten Feind, sein Leben zu krönen.

Der blutige Krieg um die spanische Erbschaft hatte ihm einen fremden Dienstmantel umgehängt, nun war er wieder daheim, und siegesgewiß kam das Heer, mit dem Prinzen Eugen zum letztenmal gegen die Türken zu fahren.

So war der Sieg bei Peterwardein die Ehrenschrift seines Ruhmes und der Sturm auf Belgrad das Siegel; als er dann wieder nach Hause kam, standen die Türen der Hofburg weit auf, aber das Volk von Wien herzte den Namen des Prinzen wie eine Liebe.

Max, der ruhmvolle Kaiser, war durch die Straßen geritten, und Wallensteins Sänfte hatte den Prunk seines düsteren Daseins getragen: aber der Prinz Eugen war der Türkenbezwinger, er hatte den Halbmond gebannt, daß wieder die Sonne auf Wien schien.

Wie einer sein Glück in der Welt macht und danach die Zinsen daheim fröhlich genießt, so lebte der Prinz sein Alter in Wien, sein Haus reich und schön zu bestellen.

Den Belvedere hieß er den feinen Palast, darin er gepudert und zierlich gekleidet die alternden Tage hinbrachte, schöne Dinge zu sammeln und kluge Menschen zu hören, Musik und eine stolze Geliebte als Greis zu genießen.