Der seine Mannheit auf den Schlachtfeldern Europas hinbrachte, hauchte sein zärtlich umhegtes Leben aus wie ein Windspiel; in seinem prunkreichen Bett starb Eugen, dem das Glück von Wien zufiel, obwohl er ein Prinz von Savoyen war.

Die fürstlichen Schlösser

Das war die Zeit der fürstlichen Schlösser; nicht mehr die Burgen der Ritter von einst, auf waldigen Bergen, im sumpfigen Wasser, mit moosigen Mauern und plumpen Türmen befestigt: Prunkstätten der höfischen Hoffahrt und fürstlichen Willkür standen sorglos im offenen Land.

Wasserkünste und Lauben, aus Buchs künstlich geschnitten, gezirkelte Wege und breite Terrassen mit Lorbeerkugeln bestellt, marmorne Götter und Faune, hängende Gärten und heimliche Brücken ahmten das Bild von Versailles abgöttisch nach.

Und wie die Gärten dienten die Schlösser dem Abgott der Fürsten: Der Staat, das bin ich! so stand ihr prahlendes Wesen mitten in Armut und mühsamer Arbeit.

Der Winzer pflegte den Weinberg, der Bauer bestellte die Felder, der Bürger versuchte sein redliches Handwerk zu treiben, wie es in alter Zeit war: aber dem kläglich zerbrochenen Dasein der Deutschen war ein fremder Prunkmantel angetan.

Längst sprachen die Fürsten und Herren französisch, französische Kleider und Sitten hielten den Hof hochmütig fern vom verachteten Wesen der Bürger und Bauern.

Und Höfe gab es in Deutschland, als ob das Reich der Eulenhorst fürstlicher Herrlichkeit wäre; Länder und Länderchen hielten die Grenzen peinlich gehütet, damit überall eigene Fürstenmacht sei.

Auch waren die adligen Herren dem Hof und den Höfchen gelehrige Schüler; kein Dorf stand im Reich, das nicht sein Krähennest hatte, und wer nicht fürstlicher Untertan war, hieß ihrer Herrschaft leibeigen.

Untertan sein aber hieß, der fürstlichen Allmacht demütiger Diener, mit Leib und Blut der höfischen Zwingherrschaft verfallen sein.