Aber der faustische Schritt ging in die Leere des Alters; Schattenfiguren wuchsen ihm aus der blassen Unendlichkeit zu, der aus der bunten Täglichkeit einmal sein starkes Puppenspiel machte.
Was unmöglich war, konnte auch Goethe der Greis nicht mehr zwingen; vieles gelang ihm, manches Portal war mit schönen Gestalten bestellt, und manches Glasfenster gab farbige Glut: der Traum seines Tempels blieb ein Turmbau zu Babel.
Je mehr ihm der Schatten des nahenden Todes in seinen gewaltigen Dom fiel, je eifriger war er am Werk, bis ihm zuletzt das Notdach gelang, den herrlich verzettelten Bau mit allen Hallen und Weiten des Lebens vor Wind und Wetter zu schützen.
So stand der Tempeldom da, als Goethe, der Greis, die sterblichen Augen zumachte; so steht er im Reich als der mächtigste Bau, so wird er den Völkern und Zeiten ein Wunderwerk bleiben, ein ragendes Zeugnis, was einmal ein Mensch aus eigener Vollmacht vermochte.
Das Buch der Erhebung
Beethoven
Als Mozart, der Meister des großen Wohllauts, starb, war das Jahrhundert der Pompadour aus; die Blutrache der Freiheit hatte in Frankreich begonnen, als Beethoven kam, dem Menschengeist die bräunliche Stimme der Erde zu bringen.
Musikanten aus Holland waren die Seinen, in Bonn dem Kölner Kurfürsten dienend; aber den Enkel und Sohn verlangte nach Wien, wo Mozart den Zauberstab hielt, wo Haydn, der unerschöpfliche Meister, Musik machte.