Der Sohn der Hölle mähte die höfische Herrlichkeit nieder, vor seiner Sense sanken die falschen Vorrechte hin: den Junkern nahm er die geistlichen Pfründen, den Pfaffen zog er das Weltfürstenkleid aus.
So war der Zauber der Freiheit um seine Taten, die Herzen der Jugend flammten dem Sieger von Lodi und Austerlitz zu, im Abend- und Morgenland galt er der Held und Türhalter der neuen Zeit, die dem Sohn der Gewalt das Recht zuerkannte.
Die aber die Pfründen verloren und die das Weltfürstenkleid ausziehen mußten, blieben die heimlichen Herren der Welt, trotz seiner Kanonen; sie waren dem Aufruhr der Freiheit gewichen, dem Zwingherrn der neuen Gewalt wichen sie nicht: Junker und Pfaffen hielten den alten Bund gegen den Korsen, der Papst in Rom war ihr Meister.
Als der Sohn der Gewalt an den Kirchenstaat rührte, als er den heiligen Vater gefangen nach Frankreich zu bringen befahl, stand das katholische Bauernvolk auf, den Junkern und Pfaffen gegen den Sohn der Hölle zu helfen; und als er nach Erfurt zum Fürstentag fuhr, das Maifeld der neuen Kaisermacht prahlend zu feiern, fuhren die bösesten Nachrichten mit.
In Spanien und Tirol fing der knisternde Brand allmählich lichterloh an zu brennen, über das Abendland fielen die Funken; da mußte der Meister der Macht bekennen, daß die Herkunft mächtiger war als seine Kanonen.
Der die Throne Europas verschenkte und die Fürsten Vasallendienst tun hieß, warb um die Kaisertochter in Wien; die Unsicherheit seiner Macht zu verankern, beugte der Sohn der Gewalt sich vor dem Recht der Geburt.
Er war im Namen der Freiheit gekommen, und Frankreich hatte im Namen der Freiheit die Jugend Europas begeistert; nun beugte der Korse sein Knie vor der geheiligten Herkunft der Krone: die Jugend sah den Verrat und grollte dem neuen Tyrannen.
Andreas Hofer
Der Sandwirt war er geheißen, Händler und Wirt im Tal von Passeyr, aber er kannte den Krieg als Hauptmann der Schützen und galt in Tirol mehr, als ein Landmann sonst unter Landmännern gilt.
Als die Hofburg den Aufruhr der Bauernschaft brauchte, rief sie den Sandwirt nach Wien; der Erzherzog selber hörte dem mutigen Mann herablassend zu.