Im Kreis starker Helden hielt Gundikar Hof, der die burgundische Insel im Strudel feindlicher Völker stark und besonnen geschützt hielt; Alemannen und Franken mußten ihn dulden, die Römer fragten nach seiner Freundschaft.
Aber die hunnischen Horden kamen von Osten; den burgundischen Hochmut zu heilen, lenkten die Römer sie listig nach Worms: hart hielten die Helden das Schwert und hell den fröhlichen Mut, aber die Hunnen ersäuften den Mut und das Schwert im Blut der unbemessenen Scharen.
Als Gundikar fiel und die todwunden Leiber all seiner Helden dem König den Grabhügel wölbten im Brand seiner Burg, ging das burgundische Sommerglück aus.
Vom Rhein zur Rhone führten die Römer den klagenden Rest der Greise, Mütter und Kinder: die ein Königsvolk waren, dienten dem römischen Schwert mit dem Mut ihrer mannbaren Knaben.
Aber das Schwert war nicht verrostet, und mählich wuchsen die Knaben; als die Blutbäche rannen der katalaunischen Felder, standen burgundische Männer im Heerbann der Sieger und riefen Gundovich Heil, dem König der neuen Geschlechter.
Zum andernmal wurde Burgund die Insel im Strudel feindlicher Völker, Lyon blühte hoch im Stolz der heldischen Herkunft, Franken und Goten zum Trutz mitten im gallischen Land, bis es sein Winterglück, kurz wie der Sommer, verlor.
Kein Schicksal aber löschte Burgund den deutschen Namen aus im bunten Schwertlauf der Tage: die Sage behielt Gundikars Gold, die Trübsal und Treue starker Trabanten, Schwert und Fiedel in Blut und Brand, hart und hell im Gedächtnis.
Dietrich, Theodemirs Sohn
Das schwarze Gewässer der hunnischen Sintflut war verronnen, und die Sonne fing wieder an zu scheinen auf das Geschlecht der Amelungen, als Ereliva den Dietrich, das ist Volksfürst, gebar.