Drei Schlachten schlugen die Starken im Norden: der Alpenrand scholl im Schlag ihrer Waffen bis in die ligurischen Berge, bevor sie den Po überschritten, Odoaker in seiner Burg zu Ravenna, den Fuchs in der Höhle zu fangen.
Aber die Sümpfe ersäuften die Mannen und der Damm lief schmal, darauf die Mauern und Türme der starken Kaiserburg standen; kein Hornruf reichte hinüber; die Segel der Schiffe blähten sich auf, den Belagerten Nahrung zu bringen.
Da half dem Goten das Fußvolk nicht mehr, nicht halfen die Rosse der Recken; drei Jahre lang mußten sie liegen und lauern im Sumpfland der Küste: längst war Rom in Dietrichs Gewalt und immer noch trotzte Ravenna.
So mußte Arglist erreichen, was Kühnheit und Kraft nicht erzwangen, der Fuchs und der Löwe schlossen den Bund, aber der Mord fraß die Treue: als Dietrich einritt in die Burg von Ravenna, lag Odoaker im Blut, von den Goten treulos erschlagen.
Durch Meintat ging aus, was mit ehrlichem Schwertschlag begann am Isonzo; so hell die Sonne danach den Amelungen umsäumte, sie löschte die Blutspur nicht aus auf dem Schild und den Vogelschrei der Vergeltung.
Dietrich, der Gotenkönig
Manche Hand war hart wie seine, die Macht zu greifen und zu halten; er aber hob den Sieg der Stärke hinauf ins Gesetz und den Ackerpflug aus der Schwertspur.
Wo wüster Acker war und aus den Spalten des zerschlagenen Rechts das Unkraut wucherte, fing ein Garten wieder an zu grünen, weil er, der Gotenkönig, behutsam sein Gärtner war.
Er spielte den Römern nicht noch einmal den Cäsar vor, blieb in Ravenna und war kein prahlender Augustus; auch dehnte er die Grenzen seiner Macht nicht weiter aus, als er mit Recht erfüllen konnte, und zweimal nur in dreiunddreißig Jahren zog er ins Feld.
Wie er dem Frankenkönig schrieb: denn der siegt nachhaltig, der alles zu mäßigen weiß! so hielt er Maß mit seiner Stärke.