Der Bundesbruder im Dreibund hatte den Wechsel gefälscht, weil ihm der Lohn winkte; Trient und Triest heimzuholen, ließ er die Fahnen flattern, als Habsburg in Not war.
Aber die Männer der Steiermark, von Tirol und Kärnten trugen kein Holzschwert; sie kannten die Welschen und wußten die Heimat vor ihrem Todfeind zu schützen.
Elfmal liefen die Welschen Sturm am Isonzo und konnten den Weg nach Triest doch nicht erzwingen; die Grenzwacht der alten Grafschaft Tirol stand in den Bergen, als ob Andreas Hofer noch einmal bei ihrer Jungmannschaft wäre.
Zwei Jahre lang hielten sie tapfer die Südmark, dann hatte der Bruder im Norden das Schwert frei, den welschen Bedränger zu strafen: was er in Monden und Jahren mühsam ernagt hatte, mußte er lassen in Tagen; statt am Isonzo stand nun die Front am Piave.
So war der Feind vor den Toren der Festung im Süden und Osten geschlagen, aber im Westen drohte seine gewaltigste Macht; sollte das Ende der langen Belagerung kommen, mußte das Tor gegen Westen befreit sein.
Der vierte Frühling des Krieges fing an, in den Knospen zu drängen, die Leiden des vierten Winters hatten die Frauen und Kinder ertragen, als die belagerte Festung den letzten Ausfall zu wagen bereit war.
Hindenburg hieß noch immer der Feldherr, aber nun wußten das Heer und die Heimat, wie es der Feind wußte, daß Ludendorff hinter ihm stand, wie die Hand des Lenkers hinter dem Pflug geht.
Er hatte den Krieg in seinen schwersten Stunden getan und hatte ihm seine letzten Waffen gerüstet; nun sollte, was an der Marne im ersten Ansturm mißlang, im letzten Ansturm gelingen.
Wieder wie einmal fuhren die Züge nach Westen, das flandrische Land füllte sich mit den Siegern von Osten, der Mauer aus Stahl und Treue die letzte Entsatzung zu bringen.
Sie sangen die alten Lieder nicht mehr und waren nicht mehr mit Blumen geschmückt; sie hatten den Krieg unsäglich erfahren und wollten das Ende der Mühsal Tod und Teufel zum Trotz einmal erzwingen.