Der letzte Ausfall geschah, wo der Wall am weitesten vorsprang; so stark war der Stoß, daß er das feindliche Lager erreichte: Soissons, der starke Eckpunkt der Feinde wurde genommen; zum andernmal sahen die deutschen Soldaten das graue Gewässer der Marne.
Wie ein gewaltiger Keil schob sich der Ausfall nach Westen und wollte das englische Heer nach Norden abdrängen; aber so dünn sich das Band der Einschließung spannte, es hielt den Stoß aus: der Keil wurde stumpf an der Spitze, und als er stand, war der Feldzug im Westen, der Krieg mit seinen Siegen und unsäglichen Leiden verloren.
Der Zusammenbruch
Sieg oder Untergang! stand auf den Fahnen der Festung: als dem Sieg im Westen die Spitze abbrach, als der Keil stumpf wurde, fing der Untergang an; denn nun ging der Glaube verloren, daß Waffengewalt jemals den Ring der Feinde zu sprengen vermöchte.
Vier Jahre lang hatte die Festung der Welt standgehalten; aus Lumpen und Leiden hatten die Männer im Westen den letzten Ausfall gewagt: nun war die Not groß und die Kraft leer.
Was je und überall war, wenn eine Festung dem Hunger nicht mehr zu wehren vermochte, das mußte Deutschland erfahren: die Klage, so lange gewaltsam versteckt, fing an auf den Gassen zu gehen.
Draußen am Wall standen die Männer und Knaben, müde der Leiden, aber noch trotzig und treu ihrer Pflicht; die drinnen der Pflicht die Parole ausgaben, glaubten nicht mehr; die Sorge fraß den Befehl aus der leeren Hand.
Die Saat der vierzehn Punkte ging auf und war ein Unkraut, in allen verzagten Herzen zu wuchern: Der Frieden steht längst vor der Tür, nur die den Krieg führen und die er ernährt, wollen ihn nicht.