Der dritte Napoleon wurde bei Sedan mit seinen Soldaten gefangen; Wilhelm der Zweite floh vor dem eigenen Volk in sein Heer und aus dem eigenen Heer nach Holland.
Die ihm rieten, sein Heer und Volk zu verlassen, wollten dem Vaterland die Greuel des Bürgerkrieges ersparen; denn nun stand die Mauer aus Stahl und Treue verraten im Feld und in der Heimat wehten die roten Fahnen des Aufruhrs.
Die rote Zwietracht nutzte die Stunde, da der alten Gewalt das Gewehr aus der Hand fiel; die Vorstadt kam in die Prunkstraßen der Bürger, die dumpf und bänglich den Umsturz erlebten; wie schlechte Hausmeister wurden die Bundesfürsten aus ihren Schlössern vertrieben.
Die Liebe der Untertanen hatte um ihre Throne gesungen, Fahnen und Blumen waren um all ihre Wege gewesen; Liebe, Fahnen und Blumen hingen die Köpfe, als der böse Novemberwind ging.
Frieden, Arbeit und Brot verhieß die neue Gewalt; denn so hatte die Stimme Wilsons gesprochen: wir kämpfen nicht gegen das deutsche Volk, nur gegen den Kaiser!
War also der Kaiser fort mit seinen Fürsten, so kamen die goldenen Tage der Völkerversöhnung.
Es war ein schuftiges Spiel und eine klägliche Täuschung: irgendwie wollte die ewige Hand der Gerechtigkeit walten; was aber sichtbar im bösen November geschah, war Aufruhr der Gasse.
Denn dies war aus dem Volk der Deutschen geworden, das im Aufbruch ein Heer, ein Mut und ein Glaube war: die Zwietracht der Klassen hatte die Eintracht gefressen, der rote Haß war zwischen Führer und Mannschaft gestellt.
Die einen befahlen, die andern gehorchten; und die da befahlen, standen nicht auf den Wällen: zwischen den Wällen und zwischen der Festung war der Sumpf der Etappe, da ging die Pflicht vielfach auf schmutzigen Wegen.
Feigheit und Faulheit, Genuß- und Gewinnsucht suhlten sich in den Sümpfen; indessen die Tapferen drinnen und draußen den kargen Weg ihrer Pflicht gingen, rafften die Schurken sich Reichtum.