Der Wohlstand der Städte sank hin, und der Staat stieg in schwindelnde Schulden; die Teuerung legte die knochigen Hände des Hungers über das tägliche Leben: aber die goldene Spinne hatte sich nie so übersatt vollgefressen.

Durchhalten! riefen die Herolde aus auf den Gassen; wozu? sagten die mutlos Verzagten; für wen? die aus dem roten Klassenhaß tranken.

Als der Krieg in sein fünftes Jahr ging, wehten die Fahnen nicht mehr und kein Helm trug den Blumenstrauß; ausgehöhlt war der Glaube, der Mut, die Treue, die Pflicht; dumpf hinstarrend stand der Mann auf den Wällen, in den Gassen ballten Unmut und Haß die Empörung.

Dann half der roten Zwietracht der schwarze Verrat: Habsburg hatte die Nibelungen zur Hochzeit gelockt, nun brannte der Saal um die Treue; indessen die Mauer im Westen noch stand hielt, waren im Süden die Tore zerbrochen.

So kam der Tag, wo die eiserne Hand die Pflugschar losließ: der besiegte Sieger des Krieges streckte die Waffen.

Versailles

Wehe den Besiegten! sagte der gallische Fürst und warf sein Schwert auf die Waage, als sich die Römer beschwerten über sein falsches Gewicht; denn tausend Pfund mußten sie Brennus als Lösegeld zahlen.

Wehe den Besiegten! stand über dem Tor von Versailles, als die Sieger den Frieden diktierten; der mächtige Feind war wehrlos gemacht, so konnte ihr Übermut schalten.

Frieden und Völkerbund! hatte die Stimme über das Weltmeer gerufen, und die Herzen der Hoffenden hatten sie gläubig gehört; nun saß die Stimme im Rat zu Versailles, da war der Prophet der Völkerversöhnung nur ein Professor.

Sie drehten den vierzehn Punkten sanft das Genick ab und wickelten jeden Satz ein in den Stacheldraht ihrer Paragraphen; sie höhnten den weisen Professor und sagten: dies sei nur die abendländische Art der Verpackung.