Da sangen die Messen, und um sein blutiges Haupt webte die Kirche den leuchtenden Kranz der heiligen Märtyrerkrone; Ingunthis aber die schöne floh fern über See.
Karl Martell
Der Wüstensturm kam und wehte die Glut gegen den Westen; der Halbmond stand über dem Morgenland, und mächtig wurde das Schwert des Kalifen an den südlichen Mittelmeerküsten.
Als Tarik ans Tor des Herkules kam, rief König Roderich den Heerbann der Westgoten auf; aber lässig lag das lustreiche Land, und längst war das Schwert Eurichs des Starken verrostet.
König Roderich fuhr in den Kampf mit acht weißen Zeltern; sieben Tage lang standen die Sänger bereit, den Sieg zu empfangen; aber am achten Tag war der König im Schilf des Flusses verschwunden.
Am Palmsonntag zog Tarik ein in Toledo; die Glocken klangen nicht mehr von den Türmen, arabische Rosse gingen die Straßen der gotischen Stadt, und auf der Königsburg wehte das grüne Tuch des Propheten.
Die Rosse stäubten die Straßen und fanden die Krippen der Ställe gefüllt; die Schiffe kamen und gingen am Herkulestor; unaufhörlich drangen die maurischen Scharen ins Westgotenland.
Abd ar-Rahmân kam, und die Furcht seines Wüstenvolks fiel über die Franken; aber Karl, der Hammer genannt und Hausmeier des Königs, hielt den Zermalmer Donars zur Hand, und als er ihn warf, zuckte der Blitz in die Wolke der Wüste.
Wie eine Mauer von Eis – so heißt es – standen die nordischen Männer in Muspilheims Feuer, der Halbmond brannte zu Asche, und hoch in den Himmel ragte das Kreuz, als Karl Martell, das ist der Hammer, die Wüstengefahr bannte.