Da brannte sie hin, die heilige Sprache, uralt und glanzvoll gefügt.
Die Riesenleiber der Götter und Helden flackerten auf in den Schattenbildern der Sage, spottend der kindischen Torheit: aber das Wort sank hin in die Asche, das ihrer Taten volkstümliches Kleid war und Seelenhort der germanischen Frühe.
Wohl sprachen die Männer des Volkes deutsch wie zuvor, aber nun hatte ihr Wort keine Schrift mehr; die Bildung in Klöstern und Schulen schrieb fremdes Latein: einer gemähten Wiese gleich lag die Volksseele da mit abgeschnittenen Halmen und wucherndem Unkraut.
Unermüdlich aber aus den Schleusen der Klöster und Kirchen lief das lateinische Gewässer hinein und gefror zum gläsernen Grund, darunter der Spuk der germanischen Seele, auf die Märzstürme wartend, den Winterschlaf hielt.
Die schwarzen Mönche
Schwärmer und Schelme der Müßigkeit kamen vom Morgenland, Schaffner Gottes zu werden nach abendländischer Losung.
Denn Benedikt, der auf dem Monte Cassino das Mutterhaus der abendländischen Klöster baute, gab dem Gebet die Arbeit, der Verzückung den Fleiß an die Hand.
Die Weltflucht entsagte dem Nutzen, doch nicht der nützlichen Leistung; der Überdruß vornehmer Römer sprang in die Flut der lautlosen Tat, die aus dem Nichtstun in Ehren erlöste.
Als danach die schwarzen Mönche ins Nebelland der deutschen Urwälder kamen, wurden Sankt Gallen, die Reichenau, Hersfeld, Fulda und Wessobrunn die Standlager entsagungsvoller Mühsal, bevor in den Klostergärten der Wohlstand spazieren ging.