Denn nun war der Statthalter Christi selber Herr der Heerscharen geworden, er hielt dem Gottesstaat die Schärfe des Schwertes, er schüttelte den Baum, daran die Könige des Abendlandes hingen als reife Früchte.
Als Innocenz Machtfürst der Christenheit und Reichsverweser Gottes war, ging Gregors Traum in Erfüllung: da hießen Bischöfe Landvögte seiner Botschaft und Könige Büttel der römischen Befehle.
Da zuckten die Blitze seines Bannstrahls und trafen in die Kronen, da rauschte das päpstliche Gewitter Hagel und Sonnenschein ins Abendland.
Da stand die Sonne im Mittag, und der Mond war verblichen; die neue Roma reckte sich im Glanz der dreifachen Krone.
Die Hunde des Herrn
Der Gottesstaat der Priester tat seinen Willen kund, daß Sakrament und Seligkeit Machtmittel seiner Herrschaft wären, Glaube und Glaubensgehorsam das einzige Bürgerrecht.
Aber nicht im Gesetz machthabender Priester, nicht im Mirakel der Messe, nicht im Schaumgold kirchlicher Feste war die Verheißung der Lehre; sie suchte noch immer auf Märkten und Wegen, und weil sie im gleißenden Mittag der Kirche die ewigen Sterne nicht fand, ging sie den nächtlichen Gang der Beschwörung.
Wie die ersten Christen in Rom das Geheimnis der Grabkammern hatten, verzückt und der Wahrheit gewiß, so fing in den Nächten der neuen Priestergewalt das unterirdische Geleucht heimlicher Schatzgräber an.
Einfältig im Tun des heiligen Franz, des selig Verzückten, der im Leid die Nachfolge Christi, im Spott den Honig der Duldung und in der Armut den Reichtum Gottes genoß.
Zwiespältig im Trachten grübelnder Geister, mit den zuckenden Flämmchen des Zoroaster das Dasein zu deuten: feindlich beide der Kirche, die den Prachtmantel der Weltmacht umhing.