Die guten Leute von Albi hieß sie das Volk, die der Kirche standhaft den Dienst aufsagten, obwohl sie dem Herrn von Toulouse, ihrem Grafen, willig untertan blieben: sie traf der Bannstrahl zuerst und die Kreuzpredigt des spanischen Mönches, der sich Dominikus nannte.
Was gegen die Türken mißlang, das mußten die Albigenser erfahren: die Kreuzfahrer rissen das Kreuz von der Schulter und nähten es vorn auf die Brust, brennend und plündernd, die Ketzer totschlagend gleich Wölfen, fielen sie ein in das blühende Land der alten Westgoten und hielten im Namen der Kirche das Ketzergericht ab.
Die Scheiterhaufen brannten im Priesterstaat; Menschenwahnwitz dachte, auf Gottes Stuhl zu sitzen, und wußte nicht, daß wer um seinen Glauben leidet, der ist ein Heiliger vor Gott, und wer ihn schlägt, schlägt Gott.
Und wo die Städte brannten, begannen die weißen Mönche das peinliche Gericht: sie hatten einen Hund im Wappen, der in den Zähnen das Licht der Lehre als eine Fackel trug.
Die Völker sahen die Fackel und sahen die Scheiterhaufen brennen und hießen die Dominikaner im Weckruf der Wahrheit: die Hunde des Herrn.
Die Stedinger
Die Stedinger wohnten im Gestade der Weser als freie Bauernschaft und waren freie Friesen seit mehr als tausend Jahren; sie hielten am uralten Weistum der Gaugemeinden fest und wehrten sich der Lehnsmannschaft der Junker und der Priester.
Und als der Bischof von Bremen sie mit dem Kirchenbann belegte, da lachten sie, weil sie der fremden Mönche nicht bedurften, um fromm zu sein: sie stellten eigene Prediger an und ließen die Glocken läuten trotz seinem Bann.
Der Bischof brauste an mit seinem Harst und Troß der junkerlichen Herren; die wehrhaften Bauern aber hielten Stich, sie warfen seinen Hochmut in die Hecken und schlugen ihm samt vielen Rittern den eigenen Bruder tot.