Dass sich in einem weiteren Stücke derselben Scene Mephisto seines Geschlechtes schämt, stimmt zu der Hexenscene, wo er sich den Namen Satan verbittet Z. 2150.
Für fünf andere Fragmente der Paralipomena habe ich eine unsichere Combination vorzulegen, der ich gleichwol nicht zu entgehen weiss. Drei sind überschrieben 'Walpurgisnacht. Harzgebirg' und zwei 'Faust, Mephistopheles'. Jene beginnen mit den Worten Fausts:
Wie man nach Norden weiter kommt,
Da nehmen Russ und Hexen zu.
In diesen spricht Mephistopheles:
Dem Russ und Hexen zu entgehen,
Muss unser Wimpel südwärts wehen;
Doch dort bequeme dich zu wohnen
Bei Pfaffen und bei Scorpionen.
Und Faust, wie es scheint, sagt:
Warmes Lüftchen, weh heran,
Wehe uns entgegen,
Denn du hast uns wohlgethan
Auf den Jugendwegen.
Im dritten Fragment scheint gegen Basedow polemisirt zu werden, er ist als Rattenfänger von Hameln eingeführt und Patron von zwölf Philanthropinen. Basedow starb 1790, seine Stelle als Curator des Dessauer Philanthropins legte er schon 1778 nieder, arbeitete aber noch 1781 als Schriftsteller für das Institut: allzu lange nach dieser Zeit hätte die Polemik keinen Sinn. Doch ist das gewiss kein entscheidendes Argument. Eher mag die Feindseligkeit gegen den Norden als solches gelten; doch wäre diese nach Italien ebenso am Platze, wie in Italien. Nur scheinen Absichten durchzublicken, welche von der vierten Phase verhältnismässig weit abliegen und einem vorübergehenden Durchgangsstadium angehören müssen, wenn ich die Stellen richtig verstehe.
Die Gesellen kommen auf ihrer Reise nach dem Harz aus Süddeutschland, das ist wol klar. Pfaffen und Scorpionen aber sind nicht in Süddeutschland, sondern in Italien. Von der Walpurgisnacht weg begeben sich Faust und Mephisto nach Italien. Das warme Lüftchen hat Faust wolgethan auf seinen Jugendwegen: hat er auf einer italienischen Universität studirt wie Olearius? Das hätte dann in dem Rückblick auf seine Jugendgeschichte (jetzt Z. 648 ff. 671 ff.) erwähnt werden müssen. Wenn er aber vom Blocksberg sich nach Italien begibt, geht er zum Herzog von Parma, wie im Puppenspiel? Sollte ein italienischer Hof an die Stelle des kaiserlichen treten? Und war die Walpurgisnacht in die Zeit nach Gretchens Tode versetzt (vgl. oben S. 89 Vergessenheitstrank)?
Der Rückblick auf die Jugendzeit findet jetzt während des Spazierganges statt, dessen Anlage vielleicht noch in die Frankfurter Zeit gehört (oben S. 102). Das darin vorkommende Lied 'Der Schäfer putzte sich zum Tanz' wird schon im Wilhelm Meister (1795) erwähnt. –