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Ich schwieg beklommen, seufzte tief auf und gewann endlich den Mut zu fragen: „Habe ich Ihr Kleid ...? Das heißt, bin ich daran schuld, daß Sie ...?“
Die junge Dame antwortete nicht, sondern reinigte emsig mit einer kleinen Serviette, die sie in warmes Wasser getaucht hatte, ihr hellblaues Kleid.
„Ich meinte nur ...“ sagte ich ratlos.
Da hob die junge Dame den Kopf in die Höhe, sah mir in die Augen, wobei sie sich ein wenig zur Seite neigte, und begann eine Tonreihe von silberhellem Klang zu lachen mit listigen, schmalen Augen, mit offenem Munde und vielen weißen Zähnen.
„Nein, zu dumm! Sie haben eine Art, sich Schokolade einzugießen! Sehen Sie, man macht es nicht so –“
Sie nahm eine Porzellankanne und ließ den Strahl von solcher Höhe in die Tasse fallen, daß alles um sie herum erschrocken und lachend zurückwich.
„– sondern so.“
Sie verkleinerte den Strahl und ließ ihn manierlich fließen.
Ich ward einem Sturm des Gelächters preisgegeben. Ein geistlicher Herr, der an einem andern Tisch seinen Platz gefunden hatte, beugte sich mit fröhlichem Augenblinzeln zur Seite und begann so herzlich zu lachen, daß er sein Taschentuch hervorziehen mußte. Einige Backfische kicherten und flüsterten, ein paar Jungens brüllten. Ja, die junge Dame mir zur Seite schien ein Tausendsassa zu sein, die eine ganze Gesellschaft mit ihren Späßen zu erheitern vermochte.