Da gibt von Osten das Gestirn mir Kunde,

Und in dem Fenster oben spielt ein Strahl.

Es taucht in Licht das trotzige Gestein,

Und wächst und starrt und höhnet meiner Qual,

Bald reckt es in den Himmel sich hinein –

Willst du dich heute nicht am Fenster zeigen,

In Morgenklarheit dich vom Traum befrein?

Willst du das Haupt nicht freundlich zu mir neigen?

Mich tötet dieses dunklen Tales Schweigen.“

Kaum hatte ich geendigt, als Nina ihrem Freunde mit hochgezogener Stirne langsam, ja perfide langsam das Antlitz über die Schultern zuwandte und die beiden Handflächen fragend, chokiert und spöttisch nach außen bog. Wolfgang aber schien sich nicht darum zu kümmern; er warf das Fenster heftig zu, ich hörte ihn eine Treppe herunterstürmen, und einen Augenblick später kam er – notdürftig mit einem Hemde, einer Hose und einem Paar Sandalen bekleidet – durch den Garten auf mich zugelaufen.