„Danke für den Vormittag, Wolfgang.“

Wolfgang lächelt und nimmt meinen Arm. Wir gehen als Freunde zum Schloß. Wolfgang ist zärtlich und spricht sehr viel.

10

Nachdem wir in unsern Zimmern Gesicht und Hände erfrischt hatten, betraten wir die Veranda, um dort zu lunchen.

Nina saß am Tisch. Sie schien sich zu langweilen und benahm sich wie ein kleines Mädchen, das auf seine Mahlzeit wartet.

Ich betrachtete Nina von der Seite. Sie hatte ein steifes weißes Kattunkleid an. Ihr Hals und ihre Arme waren nackt. Auf ihrer Brust trug sie eine Brillantenbrosche, an der linken Hand, der elfenbeinernen mit den langen schmalen Fingern, leuchteten vier herrliche Saphire von mildem Blau. Das kastanienbraune Haar war eine Pracht, eine Krone, ein Akkord von rauschenden, dunklen Tönen.

‚Mein Gott und dennoch, was ist denn Nina? Ein kleines Mädchen, das sich langweilt! Aber ein Mädchen, das ich liebe? Nun ja, was ist schon dabei? Viele Jungens lieben viele Mädchen. Da ist gar nichts dabei.‘

Ich fühlte mich Nina überlegen.

Ich setzte mich an den Frühstückstisch. Obwohl es sehr heiß war, hatte Nina einen Schnupfen, was mir ganz sonderbar vorkam.

Sie führte ihr Tuch an den Mund und fragte mit einer Stimme, die heute noch näselnder klang als sonst: