„Wo habt ihr denn eigentlich so lange gesteckt?“

In diesem Augenblicke wurde es mir recht deutlich, daß Nina gar nichts anderes war als eine große faule schöne Katze. Ich beugte mich spöttisch vor bis auf die Tischplatte und sagte von unten zu ihr aufblickend:

„Wir haben gearbeitet, – und Sie, was haben Sie getan?“

„Ich habe geschlafen.“

„Ah, Sie haben geschlafen ...“

„Jawohl; ich bin nämlich kein Troubadour, der wie ein Hase mit offenen Augen nachts im Felde schläft.“

Hier betrat Frau Seyderhelm die Veranda. Sie begrüßte mich sehr herzlich, schalt auf das freundlichste, daß ich die Nacht draußen zugebracht hatte, und sprach die Erwartung aus, daß ich nun doch die Ferien auf Wiesenau verleben würde.

Man frühstückte.

Es stellte sich im Lauf des Gesprächs heraus, daß Frau Seyderhelm mir am Tag nach der Gesellschaft einen Brief mit der Einladung nach Wiesenau in die Wohnung geschickt hatte, der nicht mehr in meine Hände gekommen war.

Nina begann mit einer Geschichte, die so komisch war, daß wir alle fürchterlich lachen mußten. Sie sprach lebhaft, mit vielen Gesten, erzählte vorzüglich und ward durch ihren Erfolg so angeregt, daß sich der Schnupfen zu verlieren schien.