Nina lächelte.
„Addio, meine Herren. Ich gehe in den Wald.“
„Addio.“
Wolfgang zog sich in die kühlen Räume zurück.
Ich blieb auf der Veranda und sah in den Park. Nina ging langsam die kiesbedeckte Allee entlang, blieb zuweilen stehen, betrachtete mütterlich ein Blättchen, das sie mit der kühlen Hand liebkoste, pflückte eine Rose vom Blumenbeet und befestigte sie an ihrer jugendlichen Brust. Darauf verlor sie sich – unvergleichlich ebenmäßig ausschreitend – im mittäglichen Gehölz.
Die Gutsglocke schlug ein Uhr. Malatesta, der Hofhund, dehnte sich schläfrig, beroch mißtrauisch seine Pfote und legte sich auf den Rasen. Der Diener räumte den Frühstückstisch ab.
*
Am Nachmittag lag ich irgendwo im Wald auf dem Rücken und träumte in den blauen Himmel hinein. Manchmal streichelte ich den schönen Malatesta, der mich begleitet hatte. Es war sehr heiß. Der Hund hob zeitweise den Kopf, stieß, von Wärme bedrückt, den Atem aus der Kehle, ließ die Zunge hängen und hatte feurige Augen. Mich plagten die summenden und stechenden Mücken. Ich begann unruhig und gestört zu schlafen. Böse Träume von großer Leidenschaft und überquellender Sehnsucht verfolgten mich. Ich sah, wie Nina zu mir, dem Schlafenden, trat, ihr mokantes Lächeln lächelte und mit einem Male mütterlich, mit drängenden Händen und junger weißer Brust sich neigte.
Der nahe Gong, der zum Tee rief, weckte mich auf. Die Sonne war tiefer herabgesunken; unter ihren schrägen Strahlen beruhigte sich die Welt und wurde kühl. Ein Wind ging durch die Bäume, der in den Blättern flüsterte und schluchzte. Der Hund war fortgelaufen. Ich fühlte, daß alles nutzlos sei und ich ewig einsam bleiben müsse.
*