[4] Daß er auch Livius gekannt habe, weist Koepke S. 175 nach. Benutzung des Tacitus u. a. sucht Manitius nachzuweisen, NA. XI, 45-90.

[5] Maurenbrecher S. 40 bemerkt, daß Widukind einem im Mittelalter häufigen Sprachgebrauch folgend unter Imperator den Herrscher über mehrere Völker versteht, weshalb er auch Theuderich so nennt, vgl. Ann. Fuld. a. 869: Mon. Sangall. II, 11 und die Titel des angelsächsischen Königs Eadgar, die Krönung Alfons von Spanien 1135. Doch betrachtet er Theuderich ganz nach der Analogie des karol. und sächs. Kaiserthums, und das gänzliche Schweigen von der Kaiserkrönung ist darum nicht minder auffallend. In Bezug auf sein Verhalten zum Wunderglauben seiner Zeit ist zu bemerken, daß probare bei ihm nicht billigen, sondern erproben bedeutet, und er deshalb über S. Wenzels Wunder keine Mißbilligung, sondern nur einen kritischen Zweifel ausspricht.

[6] Benutzung durch Dietrich von Niem zeigt Lindner, Forschungen XXI, 90.

[7] Vgl. über diese Handschrift NA. II, 450, und die neue Ausgabe von Waitz.

[8] Namentlich: „Hatho videns suis artibus finem impositum“. Daß die Darstellung der Dresdener Handschrift nicht in Widukinds Stil geschrieben wäre, und man deshalb mit Waitz die Hand eines Fremden erkennen müßte, möchte ich nicht mehr behaupten. Auch Waitz ist davon zurückgekommen. Für die Halsbandgeschichte findet sich ein merkwürdiges Seitenstück in Walkenried, welches Leibniz, Ann. Imp. II, 263 erzählt, und in Konrad Stolle's Erfurter Chronik, herausgegeben von Hesse, S. 177. Zu I, 12 vgl. noch Mich. Lindener ed. Lichtenstein, S. 130: „vermeinet auch, unser Herrgott hieß Herman“.

[9] B. Simson bemerkt hiergegen, daß 2 an mehreren Stellen A näher steht, was richtig ist. Dem Schreiber derselben kann das überarbeitete Original selbst vorgelegen haben. Auch Waitz bemerkt, daß der Text in 2 besser sei als in 1. In der Oratio S. Viti I. 34 steht 2 dem Original am nächsten, 3 aber stimmt mit A und 1. B. Simson, NA. XII, 597. Vgl. dens. NA. XV, 565-575. Wenn Giesebrecht I, 810 Glossen im Text erkennen will, so ist dagegen doch zu bemerken, daß diese Stellen sich schon in A finden, also älter sind als die Vollendung des Werkes, und deshalb nur von Widukind selbst herrühren könnten.

[10] Zeitschrift f. D. Alt. XVII, 57-71 mit Nachtrag XIX, 130. Uebers. bei der 2. Ausg. des Widukind, S. 131-137.

[11] Da dieser Bericht der deutschen Historiographie fern liegt, begnüge ich mich, auf meine Bearbeitung nach De Goeje zu verweisen, hinter der Uebersetzung des Wid. (2. Ausg.) S. 138-147. Merkwürdig ist auch: Ein arabischer Berichterstatter aus dem 10. oder 11. Jahrhundert über Fulda, Schleswig, Soest, Paderborn u. a. deutsche Städte. Zum ersten Mal aus dem Arab. übertragen, komm. u. mit einer Einleitung versehen von Georg Jacob. Berlin, Mayer u. Müller 1890.

§ 3. Fortsetzung. Gandersheim. Quedlinburg. [[←]]

Während die schwerfällige, von Fehlern keineswegs freie Sprache Widukinds von den gelehrten Studien in Corvey eben kein günstiges Zeugniß ablegt, überrascht im Kloster Gandersheim die Nonne Hrotsuit, wie sie selbst übersetzt: clamor validus Gandeshemensis, durch ihre klassische Bildung und ihre große Herrschaft über die Form des Ausdruckes; ihr bedeutendes Talent war durch eine sorgfältige Schulbildung unter der Leitung der Rikkardis entwickelt, und sie hatte dann diese Studien unter der Leitung der Nichte des Kaisers, Gerberga, fortgesetzt. Sie bearbeitete verschiedene Gegenstände aus der älteren Kirchengeschichte in metrischer Form und verfaßte darauf auch sechs Komödien über verwandte Stoffe, weil es ihr anstößig war, daß der leichtfertige Terenz überall mit so großem Vergnügen gelesen wurde. Doch diese Seite ihrer dichterischen Thätigkeit, in anderer Beziehung weitaus die wichtigste, liegt unserer Aufgabe fern.