[10] S. darüber Franz Stolle, Das Martyrium der thebaischen Legion, Breslau 1891; vgl. NA. XVII, 223. [←]

[11] Ist der Einfall O. Schade's (Die Sage von der heiligen Ursula, 1854), für die Ursulalegende eine mythologische Begründung nachzuweisen, ohne Zweifel verfehlt, so ist dagegen der Versuch Joh. Hubert Kessels (S. Ursula und ihre Gesellschaft, Cöln 1863), durch rationalistische Deutung, mit Verwerfung der abgeschmackten Visionen, die ältere Legende zu retten, nicht minder abzuweisen. Sein Verfahren widerspricht jeder gesunden historischen Kritik, er benutzt allerlei späte Legenden in unzulässiger Weise als Quelle für die Hunnenzeit; seine Hauptstütze aber ist die Predigt In natali, welche er ins achte Jahrhundert setzt. Diese ist v. Klinkenberg aus einer Hs. saec. XII. herausg. u. in Karol. Zeit gesetzt (Kl. u. Düntzer in d. Jahrbb. d. V. v. Alt. im Rheinland, Heft 88. 89). Friedrich giebt die Legende auf. Vgl. auch Annalen des Niederrheins 1874, Heft 26 u. 27, S. 116 bis 176, G. Stein: Ursula, S. 177 bis 196, Floß: Die Clematianische Inschrift. Facs. ders. bei F. X. Kraus: Die christl. Inss. d. Rheinlande (1890) S. 143. In den Anal. Bolland. III, 1-20, ist die Legende Fuit tempore pervetusto herausgegeben mit einer früher unbekannten Widmung an Erzb. Gero, wie es scheint die älteste Form, die hiernach durch einen Grafen Hoolf vom Erzb. Dunstan v. Canterbury stammte. An die Thatsache des Martyriums einiger Christinnen und deren Cult hat phantastische Sage sich angeschlossen, welche schon Wandalbert von Prüm bekannt war, in jener alten Legende noch in einfacherer Form erscheint, später auch absichtlich erweitert ist.

[12] Passio S. Afrae, wieder abgedruckt von Friedrich I, 427-430.

[13] I, 157. Passio S. Floriani, aus einer St. Emmerammer Handschrift saec. X, bei Pez SS. I, 36. Vgl. dazu Glück, die Bisthümer Noricums, besonders das Lorchische, zur Zeit der römischen Herrschaft, Wiener SB. XVII, 60. Ueber den Grabstein der Valeria, die ihn begrub, Kenner im Archiv d. W. A. XXXVIII, 174. In das CIL. ist er nicht aufgenommen, Th. Mommsen glaubt nicht, ihn als römischer Zeit entstammend anerkennen zu können.

[14] Eine Handschrift in Lambach (nicht Linz) wird ins 9. Jahrh. gesetzt, aber der Wiener Cod. 650, in welchem sich die zweite Bearbeitung findet, ist nicht, wie Tabb. I, 112 gesagt ist, saec. IX, sondern saec. XII. Der St. Florianer Chorherr E. Mühlbacher, welchem ich diese Nachricht verdanke, ist geneigt, jene erste Bearbeitung schon dem 7. Jahrh. zuzuschreiben, das bereits Schenkungen zum Grabe des Märtyrers aufweist, und bezieht sich auf einen Aufsatz in der Linzer theol. prakt. Quartalschrift 1868 S. 437 ff.

[15] Passio Sanctorum Quatuor Coronatorum, herausgegeben von Wattenbach, mit einem Nachwort von Karajan, in den Wiener SB. X, 115-137. Sie findet sich auch schon in dem Sanctuarium des Mombritius I, fol. 160. Neue Ausgabe in Büdingers Untersuchungen zur Röm. Kaisergesch. III, 321-338. Vgl. dazu S. 1-11 Untersuchung von O. Hunziker, S. 339 bis 356 Archäologische Bemerkungen von O. Benndorf, S. 357-379 Chronolog. Bem. von M. Büdinger. Vgl. den Bericht von A. Ilg in d. Mittheilungen der Centralcommission XVII p. XLVII-LI. A. Duncker im Rhein. Mus. f. Philol. XXXI, 440-445. Edm. Meyer, Forsch. XVIII (1878) 577 bis 603. Giov. Batt. de Rossi: I santi Quattro Coronati e la loro chiesa sul Celio, im Bull. di Archeol. crist. 1879, mit Benutzung der ältesten Hs. in Paris, vgl. NA. V, 227. Petschenig, SB. d. Wiener Akad. XCVII, 761 bis 779, vgl. NA. VII, 226. C. Erbes in d. Zeitschr. f. Kirchengesch. V, 466-487. Ed. Meyer im Progr. d. Kgl. Louisengymn. in Berlin 1886, vgl. NA. XII, 426. 602. — J. Jung a. a. O. hat die Legende benutzt, und verweist auch S. 132. 159 auf die Geschichte der Nonsberger Märtyrer Sisinnius, Martyrius und Alexander († 397) Acta SS. Mai. VII, 38-44. Gar wenig Inhalt hat die chronologisch ganz unbestimmte Vita S. Florini, aus dem Vintschgau, Anal. Boll. III, App. p. 122-127.

[16] Vgl. die Verschleppung des Dolichenoscult durch römische Soldaten; G. Seidl in den Wiener Sitzungsberichten XII, 4-90. XIII, 233-260.

[17] O. Hirschfeld (Archäolog. u. epigr. Mitth. aus Oesterr. IX, 21) erinnert anläßlich einer Inschrift, worin von capitella columnarum die Rede ist, welche bei Sirmium für die Thermae Licinianae verfertigt worden, an unsere Passio, u. weist dabei den Gebrauch des Ausdrucks coronati für höhere Beamte nächst dem Cornicularius nach.

[18] Censualis a gleba actuarius nomine Porfyreus hanc gestam scripsit.

§ 2. Das Leben des heiligen Severin. [[←]]