[3] Darüber s. Krusch, NA. VII, 456; vgl. oben [S. 54.]
[4] G. Kurth, welcher in der Revue des Questions hist. 1890, S. 60 ff. die Geschichte Chlodwigs nach Fredegar behandelt, weist den Theil der Chronik von Chilperichs Tod bis 613 dem zweiten Compilator zu, indem er bestreitet, dass der erste überhaupt etwas originales geschrieben habe (NA. XV, 615).
[5] Die auch abgesondert vorkommende sog. Historia epitomata in 93 Kapiteln. Gegen L. v. Ranke's Ansicht (Weltgesch. IV, 2, 328-368), daß sie nicht als Auszug aus Gregor zu betrachten sei, hat sich Waitz sehr entschieden erklärt, Praef. Greg. Tur. p. VIII. NA. IX, 650.
[6] Vgl. hierüber Zarncke, Ueber die Trojanersage der Franken, in den Berichten der k. Sächs. Ges. d. Wiss. 1866 S. 257-285, nebst dessen Anzeige der Schrift von Wormstall: Die Herkunft der Franken von Troja, Münster 1869, im Lit. Centr. 1869, 381, und G. Waitz zu Jord. Osnabrug. S. 13. A. Dederich, Der Frankenbund, Hann. 1873. A. Thorbecke: Ueber Gesta Theoderici (1875) S. 9-13. Lüthgen: Die Quellen u. der hist. Werth der fränk. Trojasage, Diss. Bonn. 1875. Die Entstehung der Fabelei ist jetzt lichtvoll nachgewiesen von Krusch, NA. VII, 473. Die in den mit Fortsetzungen versehenen Hss. eingeschobene Historia Daretis Frigii de origine Francorum ist nach Fred. S. 194-200 von Krusch herausgegeben.
[7] Rusticitas et extremitas sensus mei.
[8] Krusch hat die Eigenthümlichkeiten dieser Sprache sorgfältig zusammengestellt, S. 486-494. Ganz ungrammatisch sind auch die Reliquienzeugnisse: 'Authentiques de Reliques de l'Époque Mérov. découvertes à Vergy. Par L. Delisle' (École de Rome 1884). Welches entsetzliche Latein man noch 754 schrieb, zeigt die Unterschrift des Gundobin, Bibl. de l'École des chartes VI, 4, 217. Vgl. auch Sickel, Urkk. der Karolinger I, 137 ff., dem ich aber darin nicht beistimmen kann, wenn er dieses Kauderwelsch als sermo plebejus bezeichnet. Eine ähnliche Erscheinung bietet das ausgehende 15. Jahrh. in dem Diarium Nepesinum, Arch. della Soc. Rom. di Storia patria, Vol. VII.
[9] Kleine Denkmäler aus der Merovingerzeit, Hann. 1874.
§ 10. Die Thaten der Frankenkönige. [[←]]
Gesta Francorum, Bouquet II, 580. Migne XCVI, 1421 aus Duchesne. Neue Ausg. unter dem Titel Liber historiae Francorum von Br. Krusch, SS. Merov. II, 215-328. Vgl. Cauer, De Karolo Martello, Berol. 1841, p. 11-28. Brosien p. 41-44. Breysig, Karl Martell S. 112. G. Monod, Les Origines de l'historiographie à Paris (Mémoires de la Société de l'histoire de Paris et de l'Ile de France, Tome III, p. 219-240). G. Kurth, Etude crit. sur le Gesta Rerum Francorum, Bull. de l'Acad. r. de Belg. 3 sér. t. XVIII (1889) p. 261-291. Auszugsweise Uebersetzung des ersten Theils von W. Giesebrecht, hinter Gregor von Tours II, 282-302. Vollständig von 639 an, von Abel, hinter Fredegar, s. oben [→ S. 104.]
Die Anfänge, die Herkunft und die Thaten des Frankenvolkes und seiner Könige will ich erzählen — so beginnt nicht ohne Kühnheit der Verfasser sein Werk, aber genannt hat er sich nicht, und obgleich er für seine Zeit außerordentliches leistete und im ganzen Mittelalter sein Buch viel gelesen wurde, so hat doch niemand seinen Namen uns überliefert. Ohne Zweifel war er ein Neustrier. E. Cauer glaubte, wegen der besonderen Verehrung, mit welcher er des heiligen Bischofs Audoenus gedenkt, daß er der Kirche zu Rouen angehört habe[1], und dieser Ansicht hat auch Krusch sich angeschlossen, und einige Stellen für seinen Aufenthalt in dieser Gegend geltend gemacht. Die von G. Monod aufgestellte Vermuthung, daß der Verfasser ein aus Spanien geflüchteter westgothischer Mönch in Paris gewesen sei, kann wohl als ausreichend widerlegt betrachtet werden, aber seine Beziehungen zu Paris sind auch von Kurth wieder schärfer betont; er hält ihn für einen Mönch von Saint-Denis. Seine Heimath vermuthet er in der Gegend von Laon und Soissons, von wo er allerlei zu berichten und Oertlichkeiten zu nennen weiß.