[10] Gundlach, NA. XIII, 365-387.
[11] S. Zeumer im NA. VI, 75 u. die Ausg. Formulae p. 220-226.
[12] Versus de rota mundi, ed. Pertz: Ueber eine fränkische Kosmographie des siebenten Jahrhunderts, Abh. der Berl. Ak. 1845, S. 253. Wright, Anecd. p. 101-104; aus Clm. 903. Dazu kommen noch die Handschriften Cod. S. Galli 213 u. Vat. Pal. 1357, Arch. XII, 354. Vgl. Huemer, Untersuchungen über die ältesten lat. christ. Rhythmen (Wien 1879) S. 63-65. Manitius, Gesch. d. christl. lat. Poesie S. 474. — Ueber eine alte fränk. Völkertafel, die er um 520 ansetzt, Müllenhoff, Abh. d. Berl. Akad. 1863. S. 520. Für erheblich jüngeren Ursprung Ad. Bachmann, Wiener SB. XCI, 864. In welche Zeit und Verbindung die fabelhafte Kosmographie des Aethicus gehört, welche bei der Trojanersage eine Rolle spielt, ist noch dunkel; Krusch bemerkt, „dass darin die Fassung der Gesta Francorum von 736 benutzt und er also erheblich jünger ist, als man ihn gewöhnlich ansetzt. Auf die erste Hälfte des 9. Jahrh. weist auch seine Verwandtschaft mit der Hist. Daretis, welche der erste Fortsetzer des Fredegar in den Hieronymus einschob: beide haben die Fabel von Francus u. Vassus, beide gleichen sich im Stil (z. B. gignarus für gnarus).“ Das Gegentheil behauptet freilich K. Plath, Die Königspfalzen (Berl. Diss. 1892) These 2.
[13] Zeitschr. f. D. Alterth. XXII, 423. XXIII, 280. Manitius S. 476.
[14] Mab. Acta SS. O. S. B. II, 617. Hildegar war aus dem Kloster St. Denis. Brosien S. 53 schlägt die Glaubwürdigkeit dieser Vita sehr gering an. Manitius, S. 474 hält das Lied für Uebersetzung eines fränkischen.
[15] Bibliothèque de l'École des chartes I, 1, 321.
[16] Vgl. V. Eligii auct. Audoeno I, 14: rex Dagobertus torrens pulcher et inclytus.
§ 11. Fränkische Heiligenleben. [[←]]
Außer den bis jetzt erwähnten Geschichtswerken ist uns aus der Zeit der Merowinger noch eine bedeutende Menge von geschichtlichem Material erhalten in den Legenden der Heiligen, deren Zahl in diesen Zeiten außerordentlich groß ist. Die meisten von ihnen sind kirchliche Würdenträger und dadurch auch in die weltlichen Händel verflochten; ihre Lebensbeschreibungen würden unschätzbar sein, wenn sie nicht erstlich zu ausschließlich bloße Lobreden wären, und namentlich die weltlichen Beziehungen der Heiligen nur ganz oberflächlich berührten, zweitens auch zum größten Theile in späterer Zeit verfaßt wären[1]. Auch wo eine wirklich gleichzeitige Aufzeichnung vorhanden war, besitzen wir doch häufig nur eine spätere Ueberarbeitung; noch weit häufiger aber hat man das Leben des Heiligen erst später nach unsicherer Ueberlieferung beschrieben und wenige bekannte Züge zu einer ausführlichen Geschichte ausgemalt. Natürlich wurden dann die Vorstellungen der späteren Zeit auf diese schon weit entlegene Vergangenheit übertragen, und die unkritische Benutzung solcher Quellen trägt einen großen Theil der Schuld an den falschen Ansichten, welche bis auf die jüngste Zeit über die Zeit der Merowinger herrschend waren.
Der 5. Ausgabe dieses Buches war ein alphabetisches Verzeichniß aller dieser Legenden mit möglichst vollständigem Nachweis der Litteratur, von Br. Krusch, beigegeben; schon ein Blick darauf genügt, um zu zeigen, wie fern die große Mehrzahl unserm Zwecke liegt, während allerdings für vollständige Durchforschung der Merowingerzeit alle wenigstens geprüft werden müssen. Auch für die MG. kann nur eine Auswahl in Betracht kommen, und jede Berührung zeigt, wie viel hier noch für die Kritik zu thun ist. Br. Krusch hat die von Venantius Fortunatus herrührenden Legenden herausgegeben und die ihm fälschlich zugeschriebenen damit verbunden; SS. Meroving. II blieb noch Raum für die Heiligen, welche der königlichen Familie angehören. Derselbe ist gegenwärtig mit systematischer Durchforschung des übrigen Vorraths beschäftigt, und bevor die Ergebnisse dieser außerordentlich großen und mühsamen Arbeit bekannt werden, ist es besser, sich auf die Hervorhebung einiger der wichtigsten Heiligenleben zu beschränken.