Gegenstand und Bild verhalten sich wie ihre Abstände von der Linse.

Liegt das Bild hinter der Linse, so ist es reell, liegt es vor der Linse, so ist es virtuell.

Liegen Gegenstand und Bild auf verschiedenen Seiten der Linse, so sind sie der Stellung nach verschieden, das Bild ist verkehrt; liegen beide auf derselben Seite der Linse, so haben sie gleiche Stellung, das Bild ist aufrecht.

Fig. 282.

Zur Untersuchung der Lage der Bilder benützen wir die Bildgleichung 1f = 1a + 1b, woraus 1b = 1f - 1a. Wir nehmen an, das Licht komme von links, so liegt der erste Brennpunkt F1 rechts, der zweite Brennpunkt F2 links von der Linse. Wir teilen den Raum vom Unendlichen bis zur Linse in drei Räume: der erste Raum reicht vom Unendlichen bis zum zweiten Gegenpunkt im Endpunkt der doppelten zweiten Brennweite (G2), der zweite Raum reicht von da bis zum zweiten Brennpunkt (F2), der dritte Raum reicht von da bis zur Linse. Ebenso wird der Raum hinter der Linse geteilt; der dritte Raum von der Linse bis F1, der zweite von F1 bis G1, der erste von G1 bis ins Unendliche.

Liegt der leuchtende Punkt im Unendlichen, ist a = ∞, so liegt das Bild im ersten Brennpunkt, b = f, und ist reell. Das Bild eines endlichen Gegenstandes (Sternes) wäre demnach ein Punkt. Zwei Sterne geben Bilder von meßbarem Abstand. Ihre Bilder liegen dort, wo die Achsen der von ihnen ausgehenden Büschel paralleler Strahlen die in F1 zur Achse senkrechte Ebene (Brennpunktsebene) treffen.

Rückt ([Fig. 283]) der leuchtende Punkt vom Unendlichen gegen G2, so wird a kleiner, also 1a größer, also wird aus der Bildgleichung 1b kleiner, also b größer; das Bild rückt demnach von F1 gegen G1 zu in den zweiten Raum. Ist der l. P. in G2 angekommen, so ist a = 2 f, also auch b = 2 f, deshalb liegt das Bild in G1. Während der leuchtende Punkt den ersten Raum vom Unendlichen bis G2 durchläuft, durchläuft das Bild von F1 aus den zweiten Raum bis G1 und ist reell. Das Bild ist dabei verkleinert und verkehrt. Liegt der Gegenstand in G2, so liegt sein Bild in G1, ist verkehrt, reell und gleich groß.

Fig. 283.