Man reibe sich vor dem Schlafengehn den obern Theil des Kopfes mit dem Medicament ein, und nehme am nächsten Morgen in der bekannten Zeit und Weise zwei Eßlöffel davon. Dies thue man zwanzig Tage hinter einander. Schon am zehnten Tage wird sich eine auffallende Veränderung in der Gesichtsfarbe des Kranken zeigen, indem das frühere Gelb oder Blaß in eine gesunde Röthe übergeht, und mit dem zwanzigsten Tage wird das Uebel gänzlich verschwunden sein.

Alte Schäden und offene Wunden.

Zu ihrer Heilung hat man nur nöthig, die Wunde täglich drei Mal auszuwaschen und außerdem fortwährend mit einem mit dem Mittel angefeuchteten, leinenen Tuch bedeckt zu halten und damit bis zur Heilung fortzufahren, die nicht lange auf sich warten läßt. Ich könnte Bände mit der Heilung solcher alter Schäden und Wunden füllen, wenn ich sie alle aufzählen wollte; hier nur einige.

Vor einiger Zeit erzählte man mir, einer meiner Kossaten habe eines schlimmen Armes wegen schon zwei Monate lang nicht arbeiten können. Als ich ihn besuchte, sagte er mir, er wäre vor acht Wochen am Arm zur Ader gelassen, und in Folge dessen habe der Arm sich entzündet. Der Arzt, an den er sich gewendet, hatte warme Umschläge verordnet, doch hatten diese nichts geholfen; nach vier Wochen war am Arm eine furchtbare offene Wunde entstanden. Er fragte abermals den Arzt, der ihm rieth, mit den warmen Umschlägen fortzufahren; dabei litt der Patient jedoch die heftigsten Schmerzen, schlief keine Nacht und war zu einem Skelett abgemagert, als ich ihn sah. Ich sagte ihm, wenn er seinen Arm nicht verlieren wolle, sei es die höchste Zeit, die Umschläge ins Feuer zu werfen, und schickte ihm mein Mittel. Er wusch die Wunde fleißig und bedeckte sie mit einem angefeuchteten Tuch, — und als ich den Patienten nach drei Tagen wieder sah, hatte er sich so erholt, daß ich ihn kaum wieder erkannte. Er hatte gleich die erste Nacht Schlaf gehabt und war am zehnten Tage im Stande, wieder zu arbeiten.

Bald nach diesem Ereigniß hörte ich von einem Manne, der seit sechs Jahren an einem offenen Schaden am Beine litt, welches sich nun endlich so entzündet hatte und so angeschwollen war, daß er nicht mehr arbeiten konnte. Ich gab ihm mein Mittel, und rieth ihm, es in der bekannten Art äußerlich zu gebrauchen. Die Folge davon war, daß er nach drei Tagen zu mir kam, um sich bei mir zu bedanken, nachdem er sich in der letzten Zeit nur mühsam auf den Händen fortzuschleppen vermochte. Er sagte mir, Entzündung und Geschwulst hatten sich in den drei Tagen vollkommen gelegt, und er sei im Stande wieder zu arbeiten. Er setzte die Anwendung des Mittels fort und ward geheilt.

Wie viele Unglückliche führen ein elendes Leben, weil sie mit alten Schäden und offenen Wunden heimgesucht sind, die man bisher für unheilbar hielt! Allen könnte sehr leicht durch unser Medicament geholfen werden. Sollte es daher nicht die Pflicht eines jeden Menschenfreundes sein, zur Bekanntmachung der Heilkräfte jenes wohlfeilen und einfachen Mittels so viel wie möglich beizutragen?

Kalter Brand.

Gegen ihn hat sich der mit Salz präparirte Franzbranntwein sehr wirksam bewiesen, und will ich davon nur ein Beispiel anführen.

Ein Fuhrmann, dem die Pferde durchgingen, war unter die Räder des Wagens gerathen, die ihm die Hand bedeutend gequetscht und zwei Finger abgefahren hatten. Man wendete die bei solchen Vorfällen gewöhnlichen ärztlichen Mittel an, doch wollten sie nichts fruchten, und der Brand stellte sich ein. Man führte ihn zu mir, — ich gab ihm das Medicament. Die Wunde wurde damit ausgewaschen, welches ihm große Schmerzen verursachte, die jedoch nur eine halbe Stunde anhielten, und sich bei späteren Waschungen linderten, bis sie sich gänzlich legten. Es wurde dann ein leinenes Tuch angefeuchtet, um die Hand gewunden, und fortwährend feucht erhalten. Während er die Fortsetzung seiner früheren Kur wahrscheinlich mit dem Leben hätte bezahlen müssen, wurde hier seine Hand von Tage zu Tage besser; bald war der Patient völlig geheilt, und kehrte zu seiner Beschäftigung zurück.

Beulen und Geschwüre.