Vetter, sieh nicht so traurig aus; deine Großmama hat dich lieb, und dein Oheim will deines Vaters Stelle bey dir vertreten.
Arthur.
O diß wird meine Mutter vor Schmerz sterben machen.
König Johann (zu Faulconbridge.) Vetter, auf, nach England; eile voran, und siehe, daß du noch vor unsrer Ankunft unsre reichen Äbte schüttelst; sez du ihre gefangnen Engel in Freyheit; der hungrige Krieg muß an den fetten Ribben des Friedens zehren. Vollziehe unsern Auftrag mit dem äussersten Nachdruk.
Faulconbridge.
Gloke, Buch und Kerze sollen mich nicht zurüktreiben, wo Gold und
Silber mich einladen einen Besuch zu machen. Ich verlasse Eu.
Majestät; Großmutter, wenn mir anders einmal einfällt fromm zu seyn,
will ich für eure Wohlfahrt beten; und hiemit küß' ich euch die
Hand.
Elinor.
Lebe wohl, mein lieber Vetter.
König Johann.
Vetter, lebe wohl.
(Faulconbridge geht ab.)
Elinor.
Komm zu mir, kleiner Vettermann—auf ein paar Worte—
(Sie nimmt den Arthur auf die eine Seite des Theaters.)
König Johann (zu Hubert auf der andern Seite.) Komm hieher, Hubert. O mein lieber Hubert, wir sind dir sehr verbunden; in diesen Mauern von Fleisch ist eine Seele die dein Schuldner ist, und deine Liebe mit Wucher zu bezahlen gedenkt. Glaube mir, mein guter Freund, der freywillige Eid, womit du dich zu meinem Dienst verbunden hast, lebt in diesem Busen und wird theuer geachtet. Gieb mir deine Hand, ich wollte dir etwas sagen— aber ich will es auf eine gelegnere Zeit versparen. Beym Himmel, Hubert, ich bin recht beschämt, wenn ich denke, wie grosse Verbindlichkeiten ich dir habe.