Alter Athenienser.
Lord Timon, hört mich reden.
Timon.
Rede frey, mein guter alter Vater.
Alter Athenienser.
Du hast einen Diener, namens Lucilius.
Timon.
So ist's; was soll er dann?
Alter Athenienser.
Sehr edler Timon, laß diesen Mann sogleich vor dich kommen.
Timon.
Ist er hier oder nicht?—Lucilius!—(Lucilius tritt auf.)
Lucilius.
Hier, was befehlen Euer Gnaden?
Alter Athenienser. Dieser Bursche hier, Lord Timon, dieser dein Diener besucht des Nachts mein Haus. Ich bin ein Mann, der von der Jugend an sich Müh gegeben hat, etwas zu erwerben, und mein Vermögen erheischt einen gewichtigern Erben, als einen der auf einem hölzernen Teller ißt.
Timon.
Gut; was weiter?
Alter Athenienser. Ich hab' eine einzige Tochter, und sonst keinen Anverwandten, dem ich vermachen könnte was ich erworben habe. Das Mädchen ist hübsch, so jung als eine Braut seyn kan, und ich habe keine Kosten gespart, sie zu den besten Eigenschaften zu erziehen. Dieser dein Diener bewirbt sich um ihre Liebe; ich bitte dich, edler Lord, vereinige dich mit mir, ihm ihren Umgang zu untersagen; ich selbst hab' es fruchtlos gethan.