Timon.
Der Mann ist ein ehrlicher Mann.
Alter Athenienser. So wird er's auch hierinn seyn, Timon. Seine Ehrlichkeit belohnt ihn durch sich selbst, sie soll ihm nicht meine Tochter kuppeln.
Timon.
Liebt sie ihn?
Alter Athenienser. Sie ist jung und mannbar; unsre eigene ehmalige Leidenschaften lehren uns, wie leichtsinnig die Jugend ist.
Timon (zu Lucilius.)
Liebt ihr das Mädchen?
Lucilius.
Ja, mein Gnädiger Herr, und sie ist es zufrieden.
Alter Athenienser.
Wenn sie einander ohne meine Einwilligung heurathen, so rufe ich
die Götter zu Zeugen, daß ich meinen Erben aus den Bettlern auf der
Strasse wählen, und ihnen alles entziehen will.
Timon. Wieviel soll sie zum Brautschaz haben, wenn sie einen Mann heurathete, der ihr an Vermögen gleich wäre?
Alter Athenienser.
Drey Talente fürs Gegenwärtige, und künftig alles.
Timon. Dieser wakere Mann hat mir lange gedient; um sein Glük zu machen, will ich mich ein wenig angreiffen; es ist eine Pflicht der Menschlichkeit. Gieb ihm deine Tochter; so viel du ihr giebst, will ich ihm auch geben, um zu machen, daß er so viel wägen soll als sie.