Alter Athenienser. Sehr edler Lord, verspreche mir das auf euer Ehrenwort, so soll er sie haben.
Timon.
Hier hast du meine Hand, mein Ehrenwort ist mein Versprechen.
Lucilius. Ich danke Euer Gnaden demüthigst; nimmer möge mir das Glük gedeyhen, welches ich nicht eurer Güte schuldig zu seyn erkenne.
(Lucilius und der Alte Athenienser gehen ab.)
Poet.
Nehmet diese Arbeit so gütig auf, als die Wünsche, die ich für Euer
Gnaden langes Leben thue.
Timon.
Ich danke euch, ihr sollt gleich mehr von mir hören; geht nicht weg—
Was habt ihr hier, mein Freund?
Mahler.
Ein Gemählde, welches ich Euer Gnaden bitte anzunehmen.
Timon. Mahlerey ist mir allezeit willkommen. Seitdem die Falschheit mit der Natur des Menschen ein Gewerbe treibt, ist ein gemahlter Mensch soviel als ein natürlicher; gemahlte Figuren sind gerade das, wofür sie sich geben. Euer Werk gefällt mir, und ihr sollt finden, daß es mir gefällt; wartet, bis ihr wieder von mir hört.
Mahler.
Die Götter erhalten euch!
Timon. Lebt wol, mein Herr; gebt mir eure Hand, wir müssen heute mit einander zu mittagessen. Mein Herr, euer Juweel hat von allzugrossem Lob gelitten.