FLORIAN:
O Mensch, bist du mein Schicksal oder mein Gespenst? Noch hockst du grau an allen meinen Wegen. Stöhnst aus Spitälern und spukst aus Spelunken.
Dein Klagen ist im Wind. Deine Kasernen sind bis ins Gebirg gestaut. Dein Schatten klebt an allen meinen Schritten.
Du schreist aus meiner Seele! Du klagst mich an, o Wegelagerer, mein Bruder, mein Schatten!
Und ach, ich leugne nichts: ich komm’ aus deinen Städten, deinen Kriegen. Ich hab es tief erlebt: ich bin von deinen Mördern!
Wirf Wahnsinn über mich! Kreuzige mich mit deiner Mitleidsgeste! Spieß auf mein Herz mit deinen Schreien!
Die Menschheit tief in mir ist schuldig! Und ich bin schuldig in der Menschheit! Ich hab’ den Mord gesehn und ihn geklagt!
Ich hab’ soviel gesehn: die grünen Leichen stürzend in die Äcker. Um schwarze Munde Speichel rot erfroren. Die Liebesleiber schwärend voller Ratten. Die Himmelsaugen aufgeschäumt zu Schwefel. Und abgeriss’ne Arme, die im Tod noch um Verzeihung flehten.
Von Feuersternen überblühte Wüsten. Von Bombendomen überplatzte Nächte. Und bunt besungene Begräbnisse.
Noch mehr: Zuchthäuser vollgeschwemmt. Kinder zu Hungertod geschändet. Vögel und Gärten ihres Lieds beraubt.