O Schlucht, o Mensch in mir, Erinnerung, Anklage, Reue und Gerechtigkeit: ich weiß nichts mehr, als daß ich Mensch und schlecht bin.
Doch, Bruderschatten, sag: ist Sühne nicht genug gebaut zu Massengräbern? Weht Trauer nicht genug um deine alten Fahnen?
Nun laß mich frei! Laß einen noch, der an Erlösung glaubt! Der hell zu Mitternacht den Engel flattern hört; und der zu Morgenaufgang Lächeln um der Sonne Lippen sieht.
Nun laßt mich fliehn, Schlucht, Schatten, Schmerz! Es gibt noch Wälder über euch, die singend schweben! Es gibt noch Gipfel, die mit Purpur uns umglühn! Es gibt noch Söhne, die uns glücklich brauchen!
III.
BERGWALD
STELLA:
O Wald, du bärtiger, lächelnder Gott,
Du nimmst mich auf mit deinen großen Armen, als wär’ ich eine Nymphe und keine Menschentochter,
Als spräng’ ich blond aus blauem Brunnen, und klebte nicht roter Staub an meinen Schuhn!
Deine wilden Tiere grasen aus meiner Hand, als schnüffelten sie nicht das Blut an mir: