VII.
GRAT
FLORIAN:
Umsonst, umsonst! Ich hab’ mich an der Glasur des Himmels blutig gekratzt. Ich hab’ mir die Flügel an den Säulen des Himmels lahmgeschlagen. Umsonst hab’ ich mich aufgerissen.
Der Nagel der Sonne kreuzigt mich an die Erde. Die Gewölbe des Himmels zerplatzen über meinem schläfrigen Auge. Die Gletscher haben schwarzen Speichel um die Lippen.
Taub bin ich in der Symphonie der Welt. Denn mein Ohr ist wie die Muschel des fernsten Meers. Die schwarzen Horizonte der Erde tönen wie nächtliche Gongs. Und die Rufe der Menschen überdröhnen die Kantate der Berge.
O es schreit in mir der Abgrund und der Tod. Es schreit der Zweifel und der Streit. Es schreit Zerknirschung und das Kruzifix. Es schreit in mir die Erde.
Es schreit und zerrt mich bleischwer nieder. O Mutter Erde, du hast mich mehr geliebt, als ich wußte. O Menschheit, du bist größer, als ich wähnte! Alle Erkenntnis ist Lüge, die nicht der Liebe entflammt!
Jeder von euch, ein Bettler oder ein Siecher; er hat mehr Himmel in seinem Auge als über den Mont Blanc gewölbt ist! Jede von euch, eine Schwester oder eine Braut: sie hat mehr Tränen in ihrem Herzen als der sommerliche Gletscher!
Weil ihr dort unten seid, seid ihr Erhabene! Ihr werdet nichts von der Leere und Kälte des Himmels ahnen und von der Dunkelheit Gottes: aber ihr werdet an die ewige purpurne Flamme der Liebe glauben!
Weil ihr Schlechte seid, seid ihr gebenedeit! Euch werden die Guten ihre Liebe schenken, die Hellen ihre Schönheit und die Frommen ihren Gott.