FLORIAN:
Gletscher, Märtyrer der Erde, steiler Block vor des Himmels Geheimnis: bleib’, o bleib’ der Gefangene deiner Größe!
Nicht erschwachen darfst du und schmelzen, nicht dich lösen zum Tal der Qual, wo Hunde winseln, wo Menschen auf Krücken hüpfen über die Brücken.
Wo Schlachthaus mit rotem Auswurf dich bespeit, Fabrik mit eklem Atem dich beschmutzt; staubige Häfen und salzige Meere einander bekämpfen, einander vernichten.
Gletscher, du Starker, hüte dich vor dem Volk und der Freiheit! Bleibe der Knecht! Bleibe der König! Bleibe der Große, der Stumme, der Einzige!
STELLA:
Gletscher, steh auf, da die Tuba des Aufruhrs erschallt! O Völkerwanderung, o Auszug aus Verbannung und Verkennung! O Erlösung aus der tiefen Schmach!
O allgemeine Gleichheit, o befreiter Gletscher der Menschheit! Staubtropfen im Wind, fremder Passant auf dem Boulevard! Ihr alle und jeder!
Jeder von euch erhebt sich, schreit, erstrahlt! Bankier und Prolet verwechseln Spazierstock und Krücke, Bettler und Kaufmann küssen sich als Brüder!
Die Ketten klirren in den Kerkern. Die Köpfe lodern über der Erde wie Sterne. Alle Gletscher reißt es hin zu Tal. Alle Völker schmelzen zusammen in Liebe.