Gestern trug Herr Léon Daudet, der Abgeordnete und Chefredakteur der „Action Française“, seinen fünfzehnjährigen Sohn zu Grabe, der nach kurzer Krankheit verschied. Der Zeremonie wohnten mehrere Minister, Generäle, Akademiker und sämtliche Camelots du roi von Paris bei ...

3.

Am Sonntag darauf veröffentlicht „Le Libertaire“ einen Hymnus auf den unglückseligen „Compagnon“ Philipp Daudet, der ein glühender Anarchist gewesen sei, bringt Briefe desselben an den Herausgeber und erzählt folgende Geschehnisse: In der Woche zuvor war ein junger Mensch, der seine Identität verschwieg, auf die Redaktion gekommen und hatte gebeten, man möge ihm eine Mission geben. Er müsse etwas für die anarchistische Sache tun! Solle er in ein Polizeibüro treten und dort einige Kerle niederknallen oder in einem Dancing einigen Tänzern Todessprünge beibringen. Was wäre besser? Oder solle er Léon Daudet ermorden?

4.

Dieser junge Mensch war Philippe Daudet.

Später übergab er dort einen Abschiedsbrief an seine Mutter, den die „Compagnons“ absenden sollten, wenn etwas „passierte“.

5.

Am gleichen Nachmittage passierte es, daß ein junger unbekannter Mann in einem Taxi, dem er als Adresse den Zirkus Médrano zugerufen hatte, sich eine Kugel ins Hirn schoß und starb.

6.

Der Vater vertuscht die „Schande“ und trägt unter Blumen den verlorenen Sohn durch ganz Paris.