[12.] Wenn es brennte = wenn es drauf ankäme.
[13.] Dedekindens; C. C. Dedekind was a facile but vacuous rimester.
[ LXI. JOHANN CHRISTIAN GÜNTHER]
A gifted lyric poet whose life was short and full of trouble (1695-1723). In an age of poetic artificiality and pretense his verse is generally simple, sincere, and passionate. His work is mainly a record of suffering, the note of joy being relatively infrequent. He is a forerunner of those modern poets of whom one may say with Goethe’s Tasso: Mir gab ein Gott zu sagen, wie ich leide. The text follows Fulda’s edition in Kürschner’s Nationalliteratur, Vol. 38.
| 2 An Leonoren. Als er sich mit ihr wieder zu versöhnen suchte. Kluge Schönheit, nimm die Busse Eines armen Sünders an, Welcher dir mit einem Kusse Gestern Abends weh gethan, 5 Und auf deinen Rosenwangen Einen schönen Raub begangen. Ich gesteh’ es, mein Verbrechen Ist der schärfsten Strafe wert, Und du magst ein Urteil sprechen, 10 Wie dein Wille nur begehrt; Dennoch würd’ ich zu den Füssen Deiner Gnade danken müssen. Aber weil ihr Himmelskinder Eurem Vater ähnlich seid, 15 Welcher auch die gröbsten Sünder Seines Eifers oft befreit, Ach, so werden meine Zähren Deinen Zorn in Liebe kehren. Gönne mir nur dieses Glücke, 20 Bald mit dir versöhnt zu sein, Bis nach manchem kalten Blicke Deiner Augen Sonnenschein Mir und meiner Hoffnung lache Und mich endlich kühner mache. |
| 4 An Leonoren. Als er sie einer beständigen Liebe versicherte. Treuer Sinn, Wirf den falschen Kummer hin. Lass den Zweifel der Gedanken Nicht mit meiner Liebe zanken, 5 Da ich längst dein Opfer bin. Glück und Zeit Hasset die Beständigkeit; Doch das Feuer, so ich fühle, Hat die Ewigkeit zum Ziele 10 Und verblendet selbst den Neid. Meine Glut Leidet keinen Wankelmut; Eher soll die Sonn’ erfrieren, Als die Falschheit mich verführen, 15 Eher löscht mein eigen Blut. Grab und Stein Adeln selbst mein Redlichsein. Bricht mir gleich der Tod das Herze, So behält die Liebeskerze 20 In der Asche doch den Schein. |