„Wer ist denn Deine Mutter?“
„Das weiß ich nicht; sie spinnt Gold.“
„Spinnt Gold? Zu was[2] denn?“
„Für Bräute; aber ich will kein Gold bei meiner Hochzeit haben!“ fügte sie rasch hinzu und griff nach ihrem Kopfe, als müßte sie ihn vor der schlimmen Berührung schützen.
„Das wird aber doch nicht anders gehen,“[3] sagte Porfirie, „die Leute würden sich wundern. Hier bin ich zu Hause, jetzt reiten wir in den Hof ein, und Du mußt mit meiner Mutter freundlich reden.“
„Ist sie alt und häßlich?“
„Nein, sie ist sehr schön und stolz.“
„Was ist stolz?“ sagte Alba.
Porfirie sah ihr in die Augen; die waren so lauter und rein, wie die Sonne; er drückte die Maid an sein Herz; dann warf er den Dienern die Zügel zu, sprang vom Pferde, hob Alba zärtlich herunter und reichte ihr die Hand, sie die breiten Steinstufen heraufzugeleiten.
Sie traten in einen weiten Saal, da saß eine hohe, stattliche Frau, von[1] vielen Mädchen umgeben, und spann schöne, gelbe Seide. Alle erhoben sich von der Arbeit und blickten voll staunender[2] Freude auf das herrliche Paar, das eben im Glorienschein der untergehenden Sonne unter dem Portal erschien.