„Hier, Mutter,“ rief Porfirie, „ist Eure[3] liebe Tochter, mein süßes Ehegemahl, das ich ganz nahe beim Himmel gefunden, und ich bin noch[4] gar nicht sicher, daß es[5] nicht ein Himmelsbewohner ist, der jeden Augenblick Flügel bekommen und uns[6] enteilen kann!“

„O Du wunderschöne Frau!“ rief Alba und fiel zu den Füßen der Königin, die sie gütig aufhob und küßte.

„Und Du spinnst auch, nur viel, viel schöner als meine Mutter; denn was Du spinnst, ist so zart und fein wie Schneeflocken und Blumenblätter!“

„Was spinnt denn Deine Mutter?“

„Ach immer das harte, häßliche Gold!“

„Gold!“ scholl es rings im Kreise, manche lachten und glaubten es nicht.

„Kannst Du auch Gold spinnen?“

„Ich kann, aber darf nicht.“

„Warum nicht?“ Sie öffnete die Lippen, um zu sagen, was ihre Mutter beim[1] Spinnen thue, aber plötzlich überkam sie eine merkwürdige Befangenheit und das Gefühl, wie böse man sie ansehen würde, wenn die Mädchen wüßten, von[2] wem ihnen alles Unheil in den Brautschleier gesponnen würde. Und dabei sahen sie alle so froh und so lieb aus, die bösen Menschen, vor denen die Mutter sie gewarnt, eigentlich viel besser, als ihre Mutter, vor der sich die Bergmännlein so entsetzlich fürchteten.

Sie wurde von ihrer Pein erlöst, indem eines der Mädchen flüsterte: