Im Hintergrunde bewegten sich schon die Füße; die Leute waren elektrisiert, und vorab der Alte mit dem Gemsbarte[21-3] zog bald das eine, bald das andere Bein hinauf und zuckte mit[21-4] den Armen wie ein Hampelmann, den man[21-5] an der Schnur zieht. Plötzlich klang’s[21-6] aus dem Hintergrund:
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Und zwoa Blattln[21-7] und zwoa Bleamle Und a Reb’n um an Stamm, Und was[21-8] oanonda b’stimmt is, Dös find’t sich a[21-9] z’samm! |
Eine helle Stimme sang’s; es war die Spinnerin. Der Assessor begleitete sie, und bald darauf schallte es:[21-10]
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B’hüat’[21-11] dich Gott, mein
kleans Dioandl, Es muß a so sein, Mein Leb’n gehört in Koasa, Mein Herz’l g’hört dein! Und mein Herzerl, dös laß ich Dahoam in dein Haus, Sonst traf’s leicht a Kugel, Run d’ Liab alli r’aus!“ |
Es[21-12] sang’s ein stämmiger Bursche. Aber der Alte warnte gleich darauf mit dem Verse:
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„Gescheit[22-1] sein, gescheit
sein, Nit in Oalles glei n’ein! Es sitzt oft a Fux In ’ren Pelzkappen d’rein!“ |
Der Engländer war außer sich vor Freude; das hatte er ja[22-2] schon längst gewünscht zu hören, aber niemand hatte ihm den Gefallen gethan, trotzdem er oft den Leuten Geld geboten hatte. Aber fürs[22-3] Geld sangen sie wohl[22-4] drunten im Flachland, die nachgemachten Tyroler in Glacéehandschuhen, aber da oben nicht. Aber jetzt waren die Leute guter Dinge.[22-5] Die Studenten holten die Sängerin vor. Der Engländer nahm sich[22-6] den Tauernwirt auf die Seite und redete mit ihm. Der Rotkopf verschwand und kehrte mit etlichen Flaschen zurück. Bald brodelte es[22-7] aufs neue in der Küche von Kaiserschmarren, auf dem Tische aber dampfte eine prächtige Bowle. Verschämt setzten sich die Leute aus der Hinterstube herein in die Herrenstube und bekamen vollauf zu essen und frischen Tyroler zu trinken, während die Studenten kunstgerecht den Punsch mit Hilfe des Engländers zurecht machten. Alles war ein Geschenk von Mr. Brown, das er anzunehmen bat, als Beitrag dafür,[22-8] daß er nicht singen könne.
Der Assessor spielte,[22-9] die drei Studenten sangen, die Bauern hörten zu, und der Tauernwirt schmunzelte in der Ofenecke und freute sich, daß heute Abend was[22-10] draufging, und segnete das Schneetreiben, das ihm die Gäste in seine Klause gejagt.—Draußen stürmte es noch lustig zu—aber was thut’s,[22-11] wenn
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Im Ofen hell der Kienspan blitzt, Und jeder warm beim andern sitzt— Da thut das Herz im schnellen Lauf Sich fröhlicher dem Herzen auf! |
So war’s auch hier, die Fremden waren durchs Unwetter eine Familie geworden. Die Studenten hatten sich schnell unter die Eingebornen gemacht,[23-1] und die kluge Elsa war ihnen nachgefolgt. Der Rotkopf hatte sich[23-2] den Alten mit dem Gemsbart ausgewählt, den er trotz allen Anschreiens nicht verstand. Der Engländer unterhielt sich mit der „Vorsteherin“ im feinsten Englisch. Der Assessor aber rückte zu dem jungen Ehepaare. Die zwei andern Mädchen zog’s[23-3] auch hinüber zu der [Else] und langsam rutschten sie an der Wand bis hinüber zu ihr.