D. A. MOOR
Es ist genug. Laß ab mein Sohn!
FRANZ
Ich schone eurer — „man hat ihm Steckbriefe nachgeschickt, die Beleidigte schreien laut um Genugtuung, ein Preis ist auf seinen Kopf gesetzt — der Name Moor“ — Nein! Meine armen Lippen sollen nimmermehr einen Vater ermorden! zerreißt den Brief. Glaubt es nicht, Vater! glaubt ihm keine Silbe!
D. A. MOOR
weint bitterlich.
Mein Name! Mein ehrlicher Name!
FRANZ
fällt ihm um den Hals.
Schändlicher, dreimal schändlicher Karl! Ahndete mirs nicht, da er noch ein Knabe den Mädels so nachschlenderte mit Gassenjungen und elendem Gesindel auf Wiesen und Bergen sich herumhetzte, den Anblick der Kirche, wie ein Missetäter das Gefängnis, floh, und die Pfennige, die er euch abquälte dem ersten dem besten Bettler in den Hut warf, während daß wir daheim mit frommen Gebeten, und heiligen Predigtbüchern uns erbauten? — Ahndete mirs nicht da er die Abenteuer des Julius Cäsar und Alexander Magnus und anderer stockfinsterer Heiden lieber las als die Geschichte des bußfertigen Tobias? — Hundertmal hab ichs euch geweissagt, denn meine Liebe zu ihm war immer in den Schranken der kindlichen Pflicht, — der Junge wird uns alle noch in Elend und Schande stürzen! — O daß er Moors Namen nicht trüge! daß mein Herz nicht so warm für ihn schlüge! Die gottlose Liebe, die ich nicht vertilgen kann, wird mich noch einmal vor Gottes Richterstuhl anklagen.