Theodor erhob sich. Er erhob sich schnell, mit vorgeworfenem Oberkörper, ohne die Hände aus den Taschen zu ziehn, und die Bewegung wirkte wie eine gehässige und bedrohliche Antwort, hingeschleudert von dem ganzen gespannten Körper.

In diesem Augenblick sagte Brandeis: „Wieviel brauchen Sie, junger Herr Bernheim?”

„Zweitausend Dollar wollte mein Bruder. Ich kann sie aber im Augenblick nicht auftreiben. Sie verstehen, jetzt, um diese Stunde!” sagte Paul. „Darf ich Ihnen helfen?” fragte Brandeis. Er zog ein Bündel gerollter Dollarnoten, die mit einem Gummiband gegürtet waren. Er zählte zweitausend Dollar in Hundertschemen und reichte sie Paul. Brandeis hatte so schnell gezählt, daß zwischen seiner Frage und dem Augenblick, in dem er den Gummi wieder um den Rest schnallte, nur Sekunden vergangen zu sein schienen.

Wortlos — so entschieden wortlos, als wäre er seit Jahrzehnten stumm gab Paul seinem Bruder das Geld.

Theodor nickte, Paul folgte ihm ins Vorzimmer. Er machte die Tür auf, noch ehe Theodor sie erreicht hatte. Die Brüder gaben einander nicht die Hand. Theodor ging. Langsam schloß Paul die Tür. Als er sich umwandte, sah er das Bild Brandeis’ im Spiegel des Zimmers. Brandeis mußte diesen Abschied gesehn haben.

„Ich danke Ihnen”, begann Paul, „ich will morgen —”

„Das ist nicht nötig”, unterbrach die sanfte Stimme, „wir haben größere Geschäfte miteinander zu machen, wenn Sie wollen. Sie sehen, daß ich Geld habe, und nicht einmal in der Bank.”

„Offen gestanden”, sagte Paul, „ich hätte ihm nichts gegeben, wenn Sie nicht gekommen wären.”

„Mit Unrecht, mit Unrecht. Wollen Sie diesen jungen Mann der Polizei ausliefern?”

„Woher —”, begann Paul.