„Ich muß mein Zimmer wiederhaben!” wiederholte er.

„Sei gut, Theodor!” flehte die Mutter.

Auf einmal ließ sie sich in einen Sessel fallen, schlug die Hände vors Gesicht und begann, lautlos zu schluchzen. Theodor sah ihre Schultern zucken. Eine unbekannte Gewalt trieb ihn zu seiner Mutter. Er machte einen Schritt und hielt inne.

Ich könnte schwach werden! sagte er sich — und: Alle Frauen weinen, wenn sie alt sind! Er machte wieder kehrt, ging zum Fenster und sah in den Garten hinaus.

Plötzlich wandte er sich um und fragte: „Wo werde ich schlafen?”

„Anna wird in der Küche schlafen und du im Zimmer, wo der Kutscher gewohnt hat!”

„Ah, so”, sagte Theodor. „Paul hättest du nie im Zimmer des Kutschers einquartiert. Es tut mir leid, daß ich nach Hause gekommen bin. Aber warte nur! Warte nur!”

Am Nachmittag ging er zu Gustav.

Gustav saß im Kreise seiner Familie, seiner verheirateten Schwestern, seiner drei Brüder, die alle Briefträger waren. Es roch nach festlichem Sauerkraut und frisch gebrannten Kaffeebohnen. Der Papierhändler hatte sich bereit erklärt, Gustav aufzunehmen. In einer Woche sollte Gustav angestellt werden, einen Beruf haben. „Er will nichts mehr von der Politik wissen”, sagte einer der drei Briefträger. Sie saßen alle mit aufgeknöpften Uniformröcken. Die Mützen hingen wie Drillinge an dem Kleiderrechen neben der Tür.

„Nach einem Jahr wird er an die Hochschule kommen können. Er wird sparen. Wir werden alle sparen”, sagte ein zweiter Briefträger.