Er glaubte Tränen in ihren Augen zu sehen.

— Agaj! sagte er langsam.

Die Tränen liefen über ihre Backen herab.

— Du weinst? fragte er kalt und ruhig.

— Nein! sagte sie rau.

— Du weinst ja, ich sehe es doch! Und ich sitze und zerbreche mir den Kopf, warum Du eigentlich weinst. Ich glaube nicht an Deine Tränen. Deine Seele ist verlogen. Sie sucht nur krampfhaft nach neuen Martern... Ha, ha, vielleicht hast Du die Fähigkeit, zu weinen, wann Du willst? Willst Du mich mit Deinen Tränen kirren?

Sie sah ihn an: ein Blick, der in würgendem Krampfe schrie. Aber nur einen Moment, im Nu sah er einen wilden Hass aus ihren Augen stechen, zu einem bohrenden, saugenden Licht sich weiten und heiße Brände in seine Seele werfen.

Es dauerte eine Ewigkeit. Dann zersprang gellend das Licht in ihren Augen, ihr Gesicht wurde hart, sie sah vor sich hin, dann starrte sie ihn wieder an mit einem glasigen Ausdruck, und plötzlich schoss der dumpfe Hass wieder auf, sie warf sich ins Sofa zurück.

— Nun! Gott sei Dank ist Dein Fieber vorüber, sagte sie mit lachendem Hohn, jetzt kannst Du zu Deiner Frau zurückkehren und ihr die Erlebnisse mit Deiner Schwester erzählen.

— Ja, das werd’ ich.