Tot ist Das, was war, bevor ich wurde, was deinen Entstehungsprozess sah, was ihn vielleicht veranlasst hat, was durch endlose Formen sich bis zu mir hindurchgerungen hatte, was einst keine katoptrischen Instrumente brauchte, tun zu sehen, kein Cortisches Organ, um zu hören.
Ich liebte dich nur mit meiner Seele, mit der skeptischen, kranken Seele, die dich als klein, mir unterlegen, meine Magd und Sklavin empfand.
Ich liebte deine Lüge, weil ich selbst verlogen bin.
Aber während deine Lüge ein paar lächerliche Liebhaber an der Nase führen konnte, schuf meine Lüge die wunderbarsten wissenschaftlichen Hypothesen, schuf neue Welten, schuf Poesie, zwang den Menschen neue Gedanken, neue Gesittung auf, vollbrachte die ganze Kulturarbeit.
Ich liebe dein Verbrechertum, weil ich selbst Verbrecher bin.
Aber während Du als Verbrecher höchstens Prostituierte, Diebin und Kindesmörderin werden konntest, habe Ich als Verbrecher neue Gesetzestafeln geschrieben, alte Religionen vernichtet und neue entsponnen, Völker von der Erdkarte weggestrichen, der Erde die Eingeweide herausgerissen: Ich, der nimmersatte, ewige Verbrecher, der Erreger des Stoffwechsels in der Geschichte, der Geist der Evolutionen und Zerstörungen.
Ich liebe dein Geschlecht, das dich brünstig und empfänglich machte; du warst der Maßstab für die Stärke meiner Muskelkraft, mit deinem Gebärmuttergehirn hast du mein Geschlecht begriffen, mich in meiner Nacktheit gesehen, mich vor mir selbst entkleidet und das Rätsel meines Seins entwirrt.
Und das ist deine Stärke.
Das, was ich nicht konnte.
Deshalb liebe ich deine Lüge und dein Verbrechertum, weil sie deine Geschlechtsfunktionen sind, mit denen du den Weltgeist in mir fasstest und dich an ihm festsaugtest und ihn auf dich wirken ließest, um ihn doch vielleicht der neuen Zukunft, die deinem Schoß entsprießen sollte, dienstbar zu machen.