Vor meinen Augen steigen Bilder namenloser Qual auf, die ich mit dir verlebte.

Erinnerst du dich wohl, wie du im ekstatischen Aufschwung deines starken Geschlechtes mich tief, schmerzlich tief, in dich hineinpresstest?

Von unten empor drangen Tonwellen irgendwelcher Musik in mein Zimmer herauf; durch grünen, dichten Abat-jour ergoss die Lampe mattes Krankenbettlicht, und ich fühlte, wie durch irgendeinen Vorgang die Zuckungen deines Körpers sich mir mitteilten, wie sie auf meine Blutbahnen wirkten und das Herz in kleineren Zwischenräumen das Blut in die Gefäße speien ließen und in meinem Gehirne lange, lange nicht betretene Pfade in Erzitterung gerieten.

In diesem Augenblicke fühlte ich Glück.

Ich horchte gespannt, wie die geschlechtlichen Elemente sich summierten, wie eine schwache Welle sich in meinem Körper fortpflanzte, die immer stärker wurde, immer weitere Interferenzkreise um sich zog; ich fühlte, wie mein Kehlkopf sich zusammenschnürte und banale Liebesworte stammeln wollte, wie mein Bewusstsein immer schwächer wurde, immer geringeres Verständnis für die inneren Vorgänge hatte, — aber da plötzlich hat dein Körper sich in eine schiefe, gebrochene, unanständige Linie gekleidet, und im Momente stürzte das mühevolle Werk intensesten Wollustschmerzes zusammen, das Gehirn packte mit eisernen Raubtierkrallen das Geschlecht und erwürgte es.

Und du lagst da, und betteltest mit deiner Brunst, schweigsam mit geschlossenen Augen.

Und ich lachte; roh, zynisch, gemein; — lachte, dass ich glaubte, mir würden alle die feinen Blutgefäße in meinen Lungenbläschen platzen.

Du armes Kind! — Deine Gebärmutter hat dich übertölpelt. Aber beruhige dich: du hast mit ihr das Saїsrätsel meines Lebens geschaut.

*

Ich entstamme einer Mischehe zwischen einem protestantischen Bauern und einem katholischen Weibe, das einer alten, verarmten, aristokratischen Familie angehörte.